Tegerfelden
Zuerst kommt die Rockmusik, dann geht es ab ins Strohbett

Ein durchmischtes Publikum hat das Open Air auf dem Ruckfeld genossen. Der Anlass fand im Rahmen des Jubiläums «900 Jahre Tegerfelden» statt. Als Jury amteten die Zuhörer, deren Applaus mittels Dezibelmesser eingeordnet wurde.

Irene Hung-König
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Jungschwinger - Diese Jungs üben schon für das Eidgenössische Schwingfest
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Die Gäste geniessen die gemütliche Open-Air-Stimmung auf dem Ruckfeld
Open Air Tegerfelden
Applaudierende Fans - Sie sind die Jury und versuchen der Band s-cape den lautesten Applaus zu verschaffen
Gewinner YMB - Die Band You may begin freut sich über den 1. Platz am Open Air
s-cape - Open-Air-Chef Sandro Cadeddu übergibt den Gutschein für Platz 2

Jungschwinger - Diese Jungs üben schon für das Eidgenössische Schwingfest

Irene Hung-König

Sonne, Spätzlipfanne mit Gemüse Julienne, Farmerspiess oder Raclette aus der Festwirtschaft, zum Dessert eine Crêpe und dazu Musik von Bands aus der Region. Das Open Air auf dem Ruckfeld fand im Rahmen von «900 Jahre Tegerfelden» statt und startete ganz nach dem Geschmack des Open-Air-Chefs Sandro Cadeddu: «Unser Ziel war es, etwas fürs Dorf zu machen. Das Wetter ist toll und ich denke, bis am Abend werden wir ein gemischtes Publikum hier haben.»

Mit rund 300 bis 500 Zuschauerinnen und Zuschauern rechnete Sandro Cadeddu. Kurz nach 15 Uhr steht Liedermacher Mirco Schifferle mit der Band Blinder Passagier auf der Bühne. Sie singen «Oh See», besingen einen Clown oder den grünen Zwerg mit der Nervenschere. Nicht nur die Musik hat Witz, auch das Optische: Etwa als Drummer Ivo Roesch im Rock und mit der Ukulele seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt.

Blinder Passagier misst sich mit anderen Bands aus dem Surbtal wie s-cape und You may begin. Als Jury amtet das Publikum, dessen Applaus mittels Dezibelmesser eingeordnet wird. Die fünfköpfige Band You may begin hat ihren Fanclub dabei, der an den schwarzen und blauen Shirts mit den YMB-Initialen zu erkennen ist. «Genau das war geplant», erklärt Sandro Cadeddu. «Die regionalen Bands sollten mit dem Open Air eine Plattform erhalten und natürlich ihre Leute mitbringen. So ist heute eine ungezwungene Atmosphäre entstanden.»

Ältere Menschen klatschen mit, junge Mütter und Väter sitzen mit ihren Kindern im Gras, begleiten sie zur Hüpfburg oder stehen vor dem Holzhäuschen mit den Süssigkeiten an. You may begin sind es auch, die den lautesten und längsten Applaus erhalten. Mit ihren rockigen Eigenkompositionen erspielen sie sich den mit 500 Franken dotierten 1. Platz. Für das breite Publikum treten am Samstagabend Froilein Da Capo sowie Geschichtenerzähler Jürg Steigmeier auf.

Auf dem Gebiet des «Mühlehof» kommen auch die Schwingfans nicht zu kurz: Neben der Festwirtschaft ist ein kleiner Schwingplatz eingerichtet worden, worauf sich der Nachwuchs misst. Ein ums andere Mal wird ein Knabe ins Sagmehl gedrückt, einen Gestellten gibt es kaum. Für die Fans des Eidgenössischen Schwingfests in Burgdorf steht in der Festwirtschaft ein Fernseher bereit.

Mit Schlafsack, Matte und Zelt ausgestattet, gehen einige Jugendliche übers Gelände. Sie übernachten auf dem Mühlehof, etwa sieben andere Zelte sind bereits aufgeschlagen. Wer kein Zelt hat, kann im überdachten Strohbett schlafen.

Einige lassen Drachen steigen, andere spielen Federball; Ferienstimmung kommt auf. Das Wetter stimmt, die Organisation klappt und Open-Air-Chef Sandro Cadeddu strahlt: «Mit dem bisherigen Ablauf bin ich sehr zufrieden», sagt er und wendet sich sogleich wieder der Technik zu.

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