Wohlenschwil
Das Publikum kam in Scharen: Das Freilichtspiel «Schwertstreich» war Erfolg

Das Freilichttheater «Schwertstreich» zur Geschichte des mörderischen Dorfpfarrers Peter Welti zog die Leute in ihren Bann.

Hans Oldani
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40 Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller haben am Freilichtspiel in Wohlenschwil mitgewirkt.

40 Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller haben am Freilichtspiel in Wohlenschwil mitgewirkt.

Hans Peter Dubler

Sogar das Wetter machte beste Miene zum bösen Spiel. Das Publikum erschien in Scharen, alle Vorstellungen waren ausverkauft. Dem Freilichtspiel „Schwertstreich“ in Wohlenschwil war ein verdienter Erfolg vergönnt.

Ein böses Spiel? Die Geschichte des Dorfpfarrers Peter Welti bietet ja beileibe keine nette, friedliche oder gar lustige Grundlage für ein amüsantes Theaterstück. Gelacht wird sehr selten während der Vorführung. Pfarrer Welti ist ein innerlich zerrissener Mensch, der Gottesmann hat zwei Gesichter.

Er ist für Postkutschenüberfälle, Brandstiftungen und Tote verantwortlich, schwängert seine Köchin und verstösst sie später. Seine andere Seite zeigt sich unter anderem darin, dass er bei den Bränden unter eigener Todesgefahr Menschen und Vieh rettet.

Hinrichtung vor viel Volk

Aber natürlich, am Schluss wird ihm der Prozess gemacht, die Indizien sprechen eine klare Sprache, die Richter klopfen ihn weich, und schliesslich legt Welti ein Geständnis ab. Er wird am 4. September 1834 beim Landvogteischloss Baden vor über 10'000 Menschen mit dem Schwert hingerichtet.

Der ergriffene Theaterzuschauer weiss am Schluss nicht, ob er mit Welti Mitleid haben soll. Dies ist sicher das Verdienst des Autors und Regisseurs Peter Locher. Es gelingt ihm, den Menschen Welti nicht als Monster, sondern als verstörte Persönlichkeit darzustellen.

Impressionen des Freilichtspiels «Schwertstreich» .
4 Bilder
Impressionen des Freilichtspiels «Schwertstreich» .
Impressionen des Freilichtspiels «Schwertstreich» .
Impressionen des Freilichtspiels «Schwertstreich» .

Impressionen des Freilichtspiels «Schwertstreich» .

Hans Peter Dubler

Was wäre das Theater jedoch ohne seine Schauspieler? Beeindruckend, wie die 40 Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller die Vorgaben des Regisseurs umsetzen. Mutig, wie sie sich an den schwierigen Stoff wagen. Mit ihrem engagierten, passionierten Spiel erzeugen sie beim Publikum Emotionen, was gibt es Schöneres?

Wenn schon von Mut die Rede ist: Diesen bewiesen auch die Initianten des Freilichtspiels, mit Peter Meyer (Präsident Stiftungsrat Alte Kirche), Maja Pfister (Projektleiterin) und Peter Locher (Autor und Regisseur) an der Spitze. Eine solch «grosse Kiste» im beschaulichen Dorf Wohlenschwil anzupacken, braucht eine gehörige Portion Risikobereitschaft und Courage. Dank ihnen und unzähligen hier nicht namentlich erwähnten Mitwirkenden kamen rund 1800 begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer in den Genuss eines grossartigen Openair-Spektakels.

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