Umbau
Wireless im alten Kloster: Propstei Wislikofen investiert 350'000 Franken – das lohnt sich

Die Propstei Wislikofen bringt die Seminarräumlichkeiten ihres Hotels auf den neusten Stand der Technik. Damit hat sie grossen Erfolg.

David Rutschmann
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Hier war er noch im Bau: Seminarraum "Benedikt" in der Probstei in Wislikofen. (Aufgenommen am 16.08.2013)

Hier war er noch im Bau: Seminarraum "Benedikt" in der Probstei in Wislikofen. (Aufgenommen am 16.08.2013)

Zur Verfügung gestellt

Der grösste der insgesamt neun Seminarräume sowie der Speisesaal in der Propstei Wislikofen wurden über den Jahreswechsel der Facelifting unterzogen. «Die Räume wurden zuletzt vor 13 Jahren renoviert, das entspricht in etwa dem Renovationszyklus in der Hotellerie», erklärt Hotelleiter Stefan Bischoff. Während der Speisesaal saniert wurde, mussten die Gäste im Foyer des Hotels verköstigt werden.

Der Umbau der beiden Räume seit Anfang Dezember wurde eng vom Architekten Tom Ruch begleitet. Im Zuge der Renovierung wurden aktuelle Designs berücksichtigt. Man habe eine «wärmere Atmosphäre» schaffen wollen, was man nebst der Farbwahl vor allem auch der neuen LED-Beleuchtung umsetzen konnte. Mit der Einbindung natürlicher Materialien wie Holz und Kupfer fügt sich das Innen-Design in den Grundcharakter des ehemaligen Klosters. Um sich trotzdem in den historischen Hintergrund des Räumlichkeiten einzufügen, wurde versucht, das Design möglichst schlicht zu halten.

Seit Wiedereröffnung konstant belegt

Seit der Wiedereröffnung des Seminarraums war dieser konstant ausgebucht – die Verantwortlichen des Hotels hatte noch nicht einmal die Möglichkeit, den umgebauten Bereich fotografieren zu lassen. Der grösste Seminarraum, in dem rund 100 Leute Platz finden, ist nun auch der technisch modernste: Die Präsentationstechnik im Seminarraum wurde rundum erneuert.

Das Tonsystem wurde ausgebessert; Leinwand und Beamer sind nun fest installiert und können mittels WLAN kabellos mit jedem Laptop verbunden werden. Die Investitionen in Höhe von insgesamt 350'000 Franken wurden durch einen Kredit durch die Trägerin der Propstei finanziert, der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Aargau.

Kloster wurde bereits 1976 zum Seminarhaus

Die Trägerschaft ist einer der wenigen Bereiche, in welchen die Kloster-Vergangenheit des Gebäudes noch eine Rolle spielt. «Zudem besteht die Betriebskommission zur Hälfte aus Mitgliedern des Kirchenrats. Die Kirche ist also, was Investitionen anbelangt, eng in das strategische Management involviert. Auf operativer Ebene haben wir in der Hotellerie aber gänzlich freie Hand», so Hotelleiter Bischoff. In einem Punkt allerdings schwingt dann doch noch der Einfluss der Kirche mit: Die Propstei Wislikofen bietet ein Programm von 80 Eigenkursen an, die sich alle im zumindest spirituellen Spektrum befinden.

Nach Weihrauch riecht es nicht in den Seminarräumlichkeiten, aber einige Aspekte des Klosterlebens hat sich die Propstei doch erhalten. So erinnert zum Beispiel der ruhige Kräutergarten an die Zeiten, als statt geschäftiger Managerinnen noch Benediktiner-Mönche durch die hiesigen Säle streiften. Bereits 1807 wurde das Kloster in Wislikofen säkularisiert und aufgelöst. 1976 richtete die Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau in dem Gebäude ein Seminar- und Bildungshaus ein. Vergleichbare Konzepte zur Umnutzung alter Klöster fand man in den 70ern keine – das Projekt darf als durchaus visionär für seine Zeit betrachtet werden.