Böttstein
Wildschwein-Killer kommt nächste Woche wegen Tierquälerei vor Gericht

Nächste Woche muss sich der Mann, der Anfang Oktober vier Wildschweine in Böttstein überfuhr, vor Gericht verantworten. Er hat gestanden und spricht von einem Blackout. Welchen Strafantrag die Staatsanwaltschaft stellt, ist noch offen,

Merken
Drucken
Teilen
Die getötete Bache auf dem Feld bei Böttstein. (Archiv)

Die getötete Bache auf dem Feld bei Böttstein. (Archiv)

Tele M1

Vor gut fünf Monaten hat ein 55-jähriger Landwirt in Böttstein mit seinem Geländewagen eine Wildsau und ihre drei Jungtiere überfahren. Die Frischlinge starben auf der Stelle, die Bache liess der Täter schwer verletzt über Nacht auf dem Feld zurück.

Der Mann hatte die Tat zunächst geleugnet. Sein Anwalt teilte mit: «Die Vorwürfe gegen meinen Mandanten sind falsch, er hat die ihm vorgeworfene, abscheuliche Tat nicht begangen. Er verurteilt den Angriff auf die Wildschweinfamilie.»

Nun muss sich der Mann, der im Verlauf der Strafuntersuchung seine Tat gestanden hat, vor dem Bezirksgericht Zurzach verantworten. Er gab an, der Anblick der zahlreichen Wildschweine habe ihn wegen der Schäden durch die Tiere wütend gemacht, sodass «ein Blackout» die Folge gewesen sei.

Der Prozess gegen den «Wildschwein-Killer», wie der Mann von Tierschützern bezeichnet wurde, findet am 23. März statt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mehrfache Tierquälerei, mehrfache Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel, mehrfache Übertretung des Aargauischen Jagdgesetzes sowie Verletzung der Verkehrsregeln vor.

Wie hoch der Strafantrag ausfällt, ist noch offen, die Staatsanwaltschaft will dies erst während der Gerichtsverhandlung bekannt geben. Tierschützer Kurt Amsler hat in einer Online-Petition an Gerichtspräsident Cyrill Kramer gefordert, dass der Täter die höchstmögliche Strafe erhält.

Lukas Berger, Anwalt beim Rechtsdienst des Schweizer Tierschutzes, sagte aber bereits vor einem Monat in der az, bei Tierquälerei werde das Strafmass nie ausgereizt. (az)