Gippingen
Wiedersehen mit Eddy Merckx und Miguel Indurain

Eine 64 Seiten starke Broschüre führt den Leser durch die ereignisreiche Geschichte des Grossen Preises des Kantons Aargau, dem GP Gippingen. Dabei trifft der Leser auch auf Fotos, die zum Schmunzeln anregen.

Angelo Zambelli
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1994 Miguel Indurain (links) – mit 5 Tour-de-France-Siegen, 2 Siegen beim Giro d’Italia, je 1 Olympiasieg und 1 Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren einer der erfolgreichsten Radrennfahrer der Geschichte – im Gespräch mit Pascal Richard.

1994 Miguel Indurain (links) – mit 5 Tour-de-France-Siegen, 2 Siegen beim Giro d’Italia, je 1 Olympiasieg und 1 Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren einer der erfolgreichsten Radrennfahrer der Geschichte – im Gespräch mit Pascal Richard.

Zur Verfügung gestellt

Die Liste der in der Jubiläumsschrift «50 Jahre Grosser Preis des Kantons Aargau» erwähnten Radsportgrössen ist lang und gespickt mit Namen, die längst zur Legende geworden sind: Jacques Anquetil, Jean Stablinski, Giuseppe Saronni, Felice Gimondi, Walter Godefroot, Eric de Vlaeminck, Marino Basso, Didi Thurau, Michel Pollentier, Francesco Moser, Claudio Chiappucci, Gianni Bugno und Miguel Indurain.

In die Broschüre Aufnahme gefunden haben auch die Schweizer Radsportidole Roland Salm, Urs Freuler, Pascal Richard und Tony Rominger.

Die 64 Seiten umfassende, von einer Arbeitsgruppe des Organisationskomitees der Gippinger Radsporttage erarbeitete Schrift ist reich bebildert und listet die Rennen und die dazugehörenden Geschichten chronologisch auf.

Neben den vielen Bildern sind auch lesenswerte Texte enthalten, in denen Politiker und Unternehmer, aber auch ehemalige und aktuelle Macher der Gippinger Radsporttage zu Wort kommen.

Landammann Alex Hürzeler windet in seinem Prolog der radsportverrückten Bevölkerung ein Kränzchen: «Mit ihrer Begeisterung und tatkräftigen Mitarbeit setzt die Zurzibieter Bevölkerung das Erbe des einheimischen Gründungsvaters Joseph Voegeli fort und verleiht den Radsporttagen Gippingen die Atmosphäre eines einzigartigen Volksfests».

Diese Leidenschaft sei ansteckend, meint Hürzeler. «Velofahren gehört im Aargau zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.»

Die «Zeugung» des Radrennens

Leo Erne, OK-Präsident von 1982 bis 1996, OK-Ehrenpräsident und Fahrerverpflichter bis 2004, geht in einem spannenden Beitrag auf die Entstehungsgeschichte der Gippinger Radsporttage respektive des Grossen Preises des Kantons Aargau ein und zitiert den Ehrenpräsidenten des Veloclubs Gippingen, Robert Erne:

«Am Abend der Schweizer Profi-Strassenmeisterschaft treffe ich zufällig Sepp Voegeli beim Schulhaus Gippingen. Guter Tradition folgend, suchen wir nach einer Idee für das 1964 anstehende Jubiläum ‹45 Jahre VCG›. Sepp sagt mir, für den Profi-Radsport müsse dringend etwas geschehen. International hätten die Schweizer keinen Stellenwert mehr. Wir Gippinger sollten mit gutem Beispiel vorangehen.»

Gesagt, getan: Am 17. Juli 1963 sprach sich die Vereinsversammlung im Restaurant Bahnhof in Felsenau einstimmig für die Durchführung eines Profirennens aus.

Ein Jahr später, am Sonntag, 12. Juli 1964, standen 43 Radprofi am Start.

Die Abrechnung des ersten Gippinger Rennens wies einen Gesamtumsatz von 14 600 Franken aus. Heute wird an den vier Tagen rund eine halbe Million Schweizer Franken umgesetzt.

Fotos, die zum Schmunzeln anregen

Die Jubiläumsbroschüre beschert den Leserinnen und Lesern nicht nur informative Texte und Fotos der jeweiligen Sieger, sondern auch einige fotografische Dokumente, die zum Schmunzeln anregen.

Davon seien nur zwei erwähnt: Auf einer Foto in schwarz-weiss überreicht ein gewisser René Huber – damals schätzungsweise fünf oder sechs Jahre alt und mit der Mütze einer Biermarke auf dem Kopf – der Radsportlegende Eddy Merckx einen Blumenstrauss.

Heute ist René Huber OK-Präsident der Gippinger Radsporttage und sorgt dafür, dass der legendäre «Gippinger Geist» weiterlebt.

Gleich zwei Mal ist die Basler Radio- und TV-Legende Mäni Weber in der Gippinger Jubiläumsschrift verewigt: Auf einer Seite interviewt er den Sieger 1979, Giuseppe Saronni, auf der anderen den Holländer Jacques Hanegraaf, Sieger des Grossen Preises des Kantons Aargau 1982.

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