Leuggern
Wer ist denn nun das Hotelgespenst?

Die Kirchspieler Freizeitbühne 87 feierte Premiere mit dem Schwank «S Hotelgspänscht». Für zweieinhalb Stunden brachten die Spielerinnen und Spieler der Kirchspieler Freizeitbühne Witz und Spannung ins feudale Hotel Splendid.

Peter Jacobi
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Hausdiener Anton glaubt nicht so richtig an die Echtheit des Chinesen. Peter Jacobi

Hausdiener Anton glaubt nicht so richtig an die Echtheit des Chinesen. Peter Jacobi

Die leicht abgewetzten Stilplüschsessel in der Hoteleingangshalle zeugen vom Glanz des Hotels. Das Porträt von General Guisan an der Wand deutet auf die 1940er-Jahre hin. Das vornehme und diskrete Hotel Splendid hat eine ehrbare Klientel, dafür sorgt Hoteldirektor Baumann (Johann Steinacher). Er trägt Fliege und scheint alles im Griff zu haben. Der neue Hausdiener Anton (Ruedi Emmenegger) erscheint perfekt in Livree. Er schleppt die Koffer, muss Kleider auspacken und gleich wieder einräumen.

Mit seinem Zahlentick sorgt er für Verwirrung im Hotel und Lacher im Publikum. Aufregung ins Hotel bringen die ungewöhnlichen Gäste. Sucht die amerikanische Krimiautorin Mary Miller, gespielt von Margrit Kamber, Stoff für ihr neues Buch? In der Paraderolle gibt sich Giorgio Sebastiani als nicht gerade erfolgreicher Likörvertreter Hermann Häfeli. Dank seiner reisenden Tätigkeit und einem durchorganisierten Telegrammsystem kann er sein lockeres Eheleben vor der Gattin verbergen.

Angesprochen von einer seiner früheren Liebschaften, dem Zimmermädchen Julia (Mirjam Emmenegger), wo er denn seine lockigen Haare von früher habe, meint er: «Die hat jetzt meine Frau auf den Zähnen.» Als dann aber seine Frau Babette Häfeli (Vreni Knecht) mit Tochter Ursula (Claudia Brutschi) tatsächlich überraschend im Hotel auftauchen, geht das Verwirrspiel los.

Wer holt sich die Belohnung?

In einer Suite mit Bad und Salon spielt der zweite Akt. Eine Brosche wird gestohlen. War es das berüchtigte Hotelgespenst? Kommissar Lüthi (André Blesi) hat sich eingeschaltet und setzt 20000 Franken Belohnung aus. Ein erster Verdächtiger wird in Handschellen gelegt. Aber auch die Liebe kommt im Stück nicht zu kurz.

Die Krimiautorin ist sich zwar noch nicht ganz im Klaren, aber sie zeigt Gefühle. Erleichtert ist Hermann Häfeli, dass seine Tochter in Emil Stäubli (Thomas Schibler) die grosse Liebe gefunden hat. «Nun hat meine Frau neben mir einen zweiten Mann, auf dem sie herumhacken kann.» Zum Ende des zweiten Aktes kommt es im grossen Doppelbett zur ungewollten nächtlichen Annäherung und zu einer erschreckenden Erscheinung.

Wer spinnt denn nun?

Wieder in der Hotelhalle, in der sogar ein Lift eingebaut ist, spielt der dritte Akt. Zur Rede gestellt, vertei-digt Hermann Häfeli seine ausserehelichen Eskapaden mit der Aussage: «Wer von der Frau drei Franken Taschengeld pro Tag erhält, muss ja auf falsche Gedanken kommen.» Jetzt erscheint Professor Zerleder (Erich Eggimann) in Frack und mit Lackschuhen. Er soll den Gemütszustand von Hermann Häfeli untersuchen. Aber wer spinnt denn nun von den beiden, der Professor oder der Likörvertreter? Die Frage, wer das Hotelgespenst wirklich ist, wird zum Schluss ganz unerwartet und plötzlich gelöst. Mit bewährten und neuen Kräften hat die Kirchspieler Freizeitbühne in ihrer 24.Saison das spritzige und witzige Stück zum Theatererlebnis werden lassen.

Weitere Aufführungsdaten: Freitag, 1. April, Samstag, 2. April, Freitag,8. April, und Samstag, 9. April, jeweils 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Leuggern.