Zurzach
Wenn Kinder mit Papa Moll tauchen gehen

Papa Moll steht in seinem blauen Sakko, mit roter Weste und schwarzer Krawatte da, bereit, sämtliche Hände der Gäste zu schütteln: Im Thermalbad ist das Kinderplanschbecken mit der Papa-Moll-Familie eröffnet worden.

Irene Hung-König
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Papa Moll steht in seinem blauen Sakko, mit roter Weste und schwarzer Krawatte da, bereit, sämtliche Hände der Gäste zu schütteln. Heute ist ein spezieller Tag. Ein historischer Moment, wird Roy Oppenheim, Sohn von Moll-Erfinderin Edith Oppenheim-Jonas, später sagen. Heute wird das Papa-Moll-Land mit dem Kinderplanschbecken eröffnet. Die Gäste legen die warmen Jacken ab, strZurzacheifen sich blauen Plastik über die Schuhe - für den Nasszellenbereich. Papa Moll kümmert das nicht, er wartet vor allem auf die kleinen Gäste wie Tim, Josephine, Emmanuel, Stella, Benjamin und Alessio.

Zuerst Podologie, jetzt Kinder

Wo zuvor in der Podologie geschundene Füsse gepflegt wurden, ist innert zwei Monaten ein Platz für Kinder entstanden. Auf dem rund 60 Quadratmeter grossen Bereich wurden mehr als 100 Kubikmeter Beton, Steine und Stahl verbaut, mehr als 100 Rohrleitungen eingebaut, wie Armin Loose von der Firma Hunziker Betatech AG erklärte. Die über 30 Handwerker legten sieben Nachtschichten und fünf Wochenendschichten ein, um das Papa-Moll-Land wahr werden zu lassen.

«Papa Moll ist fast gleich alt wie das Thermi. Und Gemeindeammann Franz Nebel ist auch hier, das ist nicht bei jedem Neuzuzüger der Fall», sagte Peter Schläpfer, Geschäftsführer der Bad Zurzach Tourismus AG.

«Es ist schön, dass Papa Moll hier sein ewig junges Alter leben kann», sagt Roy Oppenheim. Er erzählt, wie seine Mutter, die Kunstmalerin Edith Oppenheim-Jonas 1950 von den Machern der Zeitschrift Junior angefragt wurde, ein Alternative zu den damaligen Comic-Figuren zu schaffen. So entstand Papa Moll. Die Geschichten und Missgeschicke rund um den liebenswerten Papa lieferten ihr ihre eigenen drei Kinder mit ihren Streichen.

Moll schneidet rotes Band durch

Nach all den Reden kann Papa Moll in Aktion treten. Links und rechts ein Kind an der Hand, die anderen rund 10 Kinder folgen ihm. In Badesachen, die Tücher über den Schultern, schreiten sie zum Kinderplanschbecken. Papa Moll erhält eine grosse Schere und schneidet das rote Band durch. Mit dabei ist auch Elena Oviawe mit ihren Kindern Alessio (1), Stella (7) und Benjamin (12). Sie ist die 30-millionste Thermalbadbesucherin und darf deshalb den Bereich mit eröffnen. Jetzt gibt's kein Halten mehr. Vorbei an Dackel Tschips aus der Moll-Familie stürmen die Kinder das Becken. Sie probieren die Grotte mit dem Wasserfall aus, auf dem Papa Moll als Figur in Lebensgrösse blickt. Auch Mama Moll und die Kinder Evi, Fritz und Willy sind dreidimensional nachgebildet worden.

Riesige Wandbilder mit Papa Moll als Taucher geben dem Bereich eine sympathische Note. Witzig: Kultfigur Papa Moll sitzt auch in Badehosen und eine Glace schleckend auf einem der drei Wärmebänke. Was im Kinderplanschbeckenbereich alles angestellt werden kann, zeigen die Kinder: Sie spritzen, stauen den Bach oder rutschen kreischend die Rutschbahn hinunter. Die Pumpe wird vor allem von den Jungs belagert. Auf die Frage, was am besten gefällt, heissts: «Alles!»

«Eigentlich war zunächst das Papa-Moll Buch mit Badgeschichten geplant», erklärt Dominik Keller, Geschäftsführer Thermalbad Zurzach. Im Zuge der Neugestaltung des Kinderbereichs sei es naheliegend gewesen, dieses mit der Moll-Familie zu bereichern. Das Buch erscheint nun im Herbst 2012. Geplant sind zudem eine Minigolf-Anlage, ein Kinderspielplatz oder Schwimmen mit Papa Moll. Nächstes Jahr wird Papa Moll 60. Klar, dass dieser Geburtstag gebührend gefeiert wird.

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