Fazit
Weniger häusliche Gewalt – die Regionalpolizei Zurzibiet legt ihren Jahresbericht vor

Louis Probst
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Die Repol Zurzibiet musste weniger oft wegen häuslicher Gewalt ausrücken.

Die Repol Zurzibiet musste weniger oft wegen häuslicher Gewalt ausrücken.

Louis Probst

«Das Zurzibiet ist sicher und lebenswert.» So das Fazit des Berichtes der Regionalpolizei Zurzibiet für das vergangene Jahr. In knapp 1600 Einsätzen waren die 10 Polizisten und vier Polizistinnen der Regionalpolizei und ihre beiden vierbeinigen Kameraden, die Diensthunde Catch und Baron, für die Sicherheit der rund 35 000 Einwohnerinnen und Einwohner in 23 Gemeinden des Bezirks Zurzach sowie in Mandach unterwegs. Unterstützt wird das Regionalpolizei-Korps von zwei Zivilangestellten.

«Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis», so Reinhard Scherrer, Präsident des Führungsausschusses der Regionalpolizei Zurzibiet und Stadtammann von Klingnau, bei der Vorstellung des Jahresberichtes mit einem Zitat des Schriftstellers Albert Camus. «Es braucht Augenmass von beiden Seiten. Leider aber ist es so, dass es behördlichen Druck braucht, wenn Leute glauben, das Gesetz selber auslegen zu können.»

Als positiv geht aus dem Jahresbericht hervor, dass wenig Fälle von Einbrüchen und eine Abnahme der Fälle von häuslicher Gewalt (95 Fälle gegenüber 103 im Jahr 2018) zu verzeichnen waren. Zudem mussten weniger Ordnungsbussen im Verkehr ausgestellt werden. Und auch die Zahlen bei den Geschwindigkeitsübertretungen haben abgenommen. Das hatte zur Folge, dass der «Ertrag» bei den Radarbussen von 540 000 Franken 2018 auf knapp 338 000 Franken gesunken ist. Dazu René Lippuner, der Chef der Regionalpolizei Zurzibiet: «Wir haben keine Vorgabe der Politik, wie viel Geld wir hier bringen müssen.»

Schwerpunkt Jugendschutz

Die positive Entwicklung habe sicher auch mit dem Kontrolldruck auf den Strassen zu tun, ist René Lippuner überzeugt. «Der Aufwärtstrend bei den Schnellfahrern konnte leicht durchbrochen werden. Zu Hilfe kamen uns dabei die vielen Strassenbaustellen mit ihren Ampelanlagen. Entsprechend gab es aber viel mehr Verstösse durch das Überfahren von Rotlicht.» Gestiegen ist auch die Zahl der Anzeigen wegen Fahrens unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss.

Forciert hat die Regionalpolizei Zurzibiet im vergangenen Jahr die Jugendarbeit. Nicht nur beim Verkehrsunterricht, sondern auch an der Oberstufe durch Unterricht zu Themen wie Internet, Cyber-Mobbing, aber auch zum Mofafahren. Regelmässig besucht die Regionalpolizei auch die Jugendtreffs. «Wir haben gute Kontakte zur Jugendarbeit», stellt René Lippuner fest. «Unser Einsatz wird auch sehr geschätzt.» Dazu betont Reinhard Scherrer: «Dieses Engagement wird auch politisch getragen.»

Drogenkonsum: Wehret den Anfängen

«Nach wie vor aktuell», so der Jahresbericht, «ist der Aufwärtstrend beim Missbrauch von Betäubungsmitteln. «Mit verschiedenen Aktionen versuchen wir, diesen Trend zu brechen», betont René Lippuner. «Im Sinne von: Wehret den Anfängen.» Die Regionalpolizei Zurzibiet schreibt im kantonalen Vergleich bereits jetzt die meisten Anzeigen (64 im vergangenen Jahr gegenüber 47 im Jahr 2018). Im Fokus stehen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.

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