Lengnau/Endingen
Weil der Eigentümer zu viel Miete verlangt: Lengnauer Beiz verlässt das Dorf

Die Beizenszene im Surbtal ist in Bewegung. Der Wirt des Ristorante «De Finibus Terrae» schliesst in Kürze und zieht nach Endingen.

Daniel Weissenbrunner
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Das Café Schmitte «De Finibus Terrae» in Lengnau schliesst. (Archiv)

Das Café Schmitte «De Finibus Terrae» in Lengnau schliesst. (Archiv)

Michael Hunziker

Das Gastspiel von Alfredo Caricasole in Lengnau war von kurzer Dauer. Nach nur gut einem Jahr schliesst er voraussichtlich Ende April sein Ristorante Schmitte «De Finibus Terrae» im Dorfzentrum. Pikant: Nicht weil das Restaurant an der Zürichstrasse schlecht gelaufen wäre. Der italienische Wirt verzeichnete gemäss eigenen Aussagen einen steigen Kundenstamm. «Mit dem Geschäftsverlauf waren wir ausserordentlich zufrieden», bestätigt Caricasole.

Der Grund für die Schliessung hängt mit dem neuen Besitzer zusammen, der das Lokal letzten Sommer erworben hatte. Caricasole verliert nicht zu viele Worte, weil er sich keine unnötigen Probleme aufhalsen möchte. Tatsache ist, dass die Verhandlungen über einen neuen Vertrag am Geld gescheitert sind. Der Eigentümer verlangte gegen 20 Prozent mehr Pachtzins für das Restaurant. Dazu sei er nicht bereit gewesen.

Caricasole hat das Mietverhältnis auf Mitte Jahr gekündigt. Das Ristorante, das sich mit auserlesener italienischer Küche einen Namen gemacht, wird seine Türen aber bereits früher schliessen. Die gute Nachricht für die Stammgäste: Das «De Finibus Terrae» bleibt im Surbtal. Caricasole will Anfang Mai in Endingen sein Lokal unter gleichem Namen wiedereröffnen. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants «Sonnenblick». Möglich wurde dies, weil die Vorgänger im letzten Herbst nur eineinhalb Monaten nach der Eröffnung das «La Pachamama», eine Gaststätte mit peruanischen Spezialitäten, dichtmachten. Andreas Winter, der mit der Hauenstein-Stiftung die Liegenschaft verwaltet, zeigt sich über die rasche Nachfolgeregelung erfreut. «Es ist nie gut, wenn ein Lokal zu lange leer steht.

Was in Lengnau mit der «Schmitte» geschieht, ist noch nicht geregelt. Dem Vernehmen nach will der türkischstämmige Besitzer das Restaurant künftig in Eigenregie führen. Dazu muss er zuerst ein Gesuch einreichen. «Das ist bisher nicht geschehen, bestätigt Gemeindeschreiber Anselm Rohner. Die Gemeinde wird unabhängig davon mit dem Inhaber des Lokals in Kontakt treten. Im Rahmen der Dorfplatz-Entwicklung wird mit allen betroffenen Gewerbetreibenden in den kommenden Monaten das Gespräch gesucht.

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