Tegerfelden
Wegen Heimweh reisten sie sogar aus Argentinien an

Tegerfelden hat sein 900-Jahr-Jubiläum mit einem Dorf- und Jugendfest gefeiert – auch 60 Heimweh-Tegerfeldener kamen. Gar aus Argentinien waren Julia Paz Schneider und ihr Freund Dimitri Ostrovsky angereist.

Katia Röthlin
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Der 6-Kampf erforderte von den Schülerinnen und Schülern viel Geschicklichkeit und Ausdauer.
Tegerfelden hat sein 900-Jahr-Jubiläum mit einem Dorf- und Jugendfest gefeiert

Katia Röthlin

«Du der Martin ist auch hier.» – «Nein, Dich hab ich ja ewig nicht gesehen.» – «Das dort ist doch einer der Baumgartners, oder?» So tönte es am Samstagmittag beim Heimwehtreffen im Rahmen des dreitägigen Dorffestes in Tegerfelden.

Die Gemeinde hatte ehemalige Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes eingeladen und rund 60 von ihnen waren gekommen. Gemeindeammann Erwin Baumgartner begrüsste die Gäste. Tegerfelden habe sich vom Bauerndorf zum typischen Familienwohnort mit 1083 Einwohnerinnen und Einwohner gewandelt, sagte er. «Man kennt sich hier im Dorf.»

Das findet auch Nicole Schleuniger-Frischknecht. Sie ist in Tegerfelden aufgewachsen, durch die Heirat nach Klingnau gekommen und lebt seit dem März wieder im Dorf. «Es ist so schön, wieder hier zu sein. Hier bin ich zu Hause.»

Sagt sie. Die beiden Schwestern Mathilde Meier und Annamarie Erne sind mit acht Geschwistern in Tegerfelden aufgewachsen, drei von ihnen leben noch im Dorf. Auch die beiden Schwestern kommen immer wieder gerne in ihr altes Heimatdorf zurück.

Gar aus Argentinien waren Julia Paz Schneider und ihr Freund Dimitri Ostrovsky angereist. Julia Paz Schneider ist eine Urururenkelin von Jakob Deppeler, der 1863 ausgewandert und an der Gründung von Humboldt in der Provinz Santa Fe beteiligt war.

Die Argentinierin überbrachte der Gemeinde eine Fahne von Humboldt und die Anwesenden stellten erstaunt fest, dass diese in den gleichen Farben gehalten ist, wie das Wappen von Tegerfelden.

Am Nachmittag zeigte sich, dass die Tegerfelder sich die Laune nicht vom schlechten Wetter vermiesen lassen. Im Rahmen des Jugendfestes trafen sich die rund 60 Kinder vom Kindergarten bis zur 5. Klasse auf dem Sportplatz zum sagenhaften 6-Kampf.

Die Eltern unter grossen Regenschirmen, die kleinen Geschwister in Regenkleidern gut verpackt ging es los mit der ersten Disziplin, der Traubenernte.

Die verschiedenen Teams schnappten sich Wasserballons, transportierten diese über den Schwedenkasten und mittels Sackhüpfen bis zur Traubenpresse. Dort liessen sie sie mit einem gezielten Tritt platzen, andere fingen den Saft in Bechern auf und brachten ihn zur Flasche.

Das Wasser kam von oben und von unten, die Kinder waren begeistert dabei. Den ganzen Nachmittag reihte sich Spiel an Spiel.