Stausee Klingnau
Wegen Gift im Rhein: Fischereiverband ist empört über Kanton

Der Aargauische Fischereiverband ist empört, dass der Regierungsrat die Einleitung von belastetem Material in den Rhein gutheisst. Der Verband kündigt an, mit allen Mitteln dagegen anzukämpfen.

Angelo Zambelli
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Der Aargauische Fischereiverband ist empört. (Archiv)

Der Aargauische Fischereiverband ist empört. (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Die Antworten und Kommentare des Regierungsrats auf die Interpellation von Grossrat Theo Voegtli bezeichnet der Fischereiverband als «oberflächlich, unqualifiziert, teilweise falsch und herablassend». Es sei ein Skandal, wenn der Regierungsrat als oberster Ordnungshüter und Gesetzesvertreter eine Einleitung der stark belasteten Sedimente mit hochgiftigen Stoffen wie PCB (Polychlorierte Biphenyle), PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Schwermetallen gutheisse, schreibt der Verband in seiner Stellungnahme.

Mit dieser leichtfertigen Entscheidung werde die Vorbildfunktion des Regierungsrates infrage gestellt. Der Fischereiverband erinnert daran, dass PCB und PAK gemäss Stockholmer Abkommen zum «dreckigen Dutzend» höchst gefährlicher Giftstoffe gehören. Die Rückführung in die Natur sei international verboten. Der Verband wirft dem Regierungsrat vor, die Billig-Variante gewählt und die Konsequenzen für Mensch und Tier nicht berücksichtigt zu haben.

«Wir werden weiterkämpfen»

Der Fischereiverband kündigt an, weiter mit allen Mitteln gegen eine Einleitung der belasteten Sedimente in den Rhein zu kämpfen. Er vertritt nach wie vor die Ansicht, die fachgerechte Entsorgung in einer Deponie sei eine umweltgerechte Lösung, die auch bei anderen Stauhaltungen angewendet werden müsste.

«Es kann nicht sein, dass man mit viel Geld Umgehungsgewässer baut und die positiven Auswirkungen mit zusätzlichem Sedimenteintrag wieder zunichtemacht», schreibt der Verband in seiner Stellungnahme. Es könne auch nicht sein, dass man das Problem der Verlandung weiterverfrachte und grosse Schäden an Mensch und Tier anrichte. Der Aargauische Fischereiverband fordert den Regierungsrat auf, sich Gedanken zu machen, wie man die Sedimente fachgerecht entsorgen könnte.

«Laichgebiete werden vernichtet»

30 000 bis 40 000 Kubikmeter Sedimente seien nicht zu vergleichen mit 10 Prozent des jährlichen Geschiebetransportes der Aare, schreibt der Verband weiter. Die Feinstsedimente vom Klingnauer Stausee in den Rhein würden entgegen der regierungsrätlichen Einschätzung die Flusssohle überdecken und wertvolle Laichgebiete vernichten. Auch werde die Nahrungsgrundlage der Fische vernichtet, was zu Abwanderungen der geschützten Nase und der stark gefährdeten Äsche führe.