Würenlingen
Wegen Gemeindewachstum: Abstimmung über 23 Millionen für Schul(h)ausbau

Zwei Millionenprojekte beschäftigen die Gemeinde. Morgen wird über die Erweiterung der Schule abgestimmt, eine Woche später über das Kulturzentrum Dorfschüür.

Andreas Fretz
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Die Gemeinde wächst, die Schule muss ausgebaut werden. mhu

Die Gemeinde wächst, die Schule muss ausgebaut werden. mhu

Würenlingen wächst. Vor zehn Jahren zählte die Gemeinde noch 3772 Einwohner. Heute sind es 4611. Ein Planungsbericht im Jahr 2014 zeigte, dass die Schülerzahl von 473 auf 600 im Schuljahr 2022/23 ansteigen wird. Deshalb soll die Schulanlage Weissenstein erweitert werden. Geplant ist kein Anbau – was technisch möglich wäre –, sondern ein Neubau. Bereits an der Sommergmeind 2015 wurde der Projektierungskredit über 1,95 Millionen Franken mit grossem Mehr angenommen. An der Einwohnergmeind von morgen befinden die Stimmbürger nun über den Baukredit in Höhe von 23 Millionen Franken.

Die Schulraumplanung hat einen Anstieg von heute 27 auf 31 Abteilungen prognostiziert. Entstehen sollen neu vier Abteilungen für die Primarschule, zwei Abteilungen für den Kindergarten, die entsprechenden Nebenräume sowie eine Zweifach-Turnhalle. Anbaumöglichkeiten am bestehenden Schulhaus Weissenstein wurden geprüft, aufgrund der hohen Kosten und der grossen Planungsunsicherheit jedoch verworfen. «Mit dem vorliegenden Projekt hätten wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre ausgesorgt», sagt André Zoppi. Denn der Gemeindeammann rechnet mit einem weiteren Bevölkerungswachstum: «Es wird immer noch gebaut. Gerade in den Quartieren um die Schulanlage Weissenstein. Mit den aktuellen Landreserven und verdichtetem Bauen können es über 5000 Einwohner werden.»

Eine Jury hatte im Sommer 2016 das Projekt des Architekturbüros Ernst Niklaus Fausch zum Sieger gekürt und vorgestellt. Es erfülle die architektonischen, städtebaulichen, organisatorischen und konstruktiven Kriterien am besten. Zudem stelle es in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit eine günstige Lösung dar und halte die Kostenvorgaben der Machbarkeitsstudie ein.

Angst vor höheren Steuern

Die Gesamtkosten von 23 Millionen Franken setzen sich aus rund 14 Millionen für Schulhaus/Kindergarten und rund 9 Millionen Franken für die Sporthalle zusammen. Kritiker im Dorf befürchten durch die Investition eine weitere Steuererhöhung. Erst an der Wintergmeind 2016 brachte der Gemeinderat eine Steuererhöhung von 95 auf 103 Prozent mit 76 zu 73 Stimmen knapp durch. «Mittelfristig», verspricht Zoppi, «wird es keine Steuererhöhung geben.» Die Gemeinde müsse aber Sparmassnahmen ergreifen und auf der anderen Seite für Mehreinnahmen sorgen.

Zoppi ist zuversichtlich, dass die Gmeind morgen Ja sagt. Auch, weil die Ortsparteien hinter dem Neubau stehen. Wird der 23-Millionen-Kredit angenommen, soll diesen Spätsommer das Baugesuch eingereicht werden. Der Spatenstich erfolgte dann im Frühling 2018. Bezugsbereit wären die neuen Schulräume im Sommer 2019.

Ein weiterer Baukredit betriff die Ortsbürgergemeindeversammlung eine Woche später. Nach einem Architekturwettbewerb liegt für die Dorfschüür ein Projekt mit Bibliotheksräumen im Erdgeschoss und einem Saal für 200 Personen im Obergeschoss vor. Für den Ausbau zum Kulturzentrum ist ein Baukredit in Höhe von 5,8 Millionen Franken traktandiert.

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