Bad Zurzach
Wegen einer Heiligen: Theater sucht 100 Frauen mit diesem Vornamen

Das Freilichttheater «Verena – ein modernes Mirakelspiel» in Bad Zurzach ist einer der Highlights im Eventkalender des Zurzibiets. Für die Vorstellung am Montag suchen die Macher nun 100 Frauen, die den gleichen Vornamen wie die Heilige tragen.

Philipp Zimmermann
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Szene aus «Verena – ein modernes Mirakelspiel» mit der Figur der Heiligen Verena.
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Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere
Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere
Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere
Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere
Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere
Freilichttheater Verenaspiel: Impressionen von der Premiere

Szene aus «Verena – ein modernes Mirakelspiel» mit der Figur der Heiligen Verena.

Chris Iseli

Der Montag, 1. September, ist Bad Zurzach ein Feiertag – und nicht irgendeiner. Es ist nämlich der Verenatag, an dem die Kinder sogar schulfrei haben und die Geschäfte ihre Türen nicht öffnen. Die Heilige hat den letzten Teil ihres Lebens hier verbracht, hier befindet sich auch ihr Grab, im Verenamünster.

Da lag es auf der Hand, dass sich die Macher des Freilichttheaters «Verena - ein modernes Mirakelspiel» etwas einfallen lassen. Und das haben sie auch: Sie suchen 100 Mädchen, Damen und Frauen mit demselben Vorname der Heiligen. Wer sich ausweisen kann, erhält ein Cüpli – oder einen Getränkebon für die Theaterbar. Zudem gibts an diesem Abend eine Extra-Einführung in die Legende der Heiligen Verena (19.30 Uhr) – damit die Damen auch schon vor der Aufführung wissen, wieso sie einen klangvollen Namen tragen.

Tatsächlich haben sich schon einige Verenas angekündigt, wie Gisela Aeschbach von Organisationsteam erzählt. Ob es hundert werden, die kommen? «Wir hoffen auf 100 Verenas», antwortet die Organisatorin, die beim Verenaspiel eine von 40 Laienschauspielerinnen und -schauspielern auf der Bühne ist.

Verena-Brunnen in Bad Zurzach

Verena-Brunnen in Bad Zurzach

wikipedia

Laut der Legende wurde die Heilige Verena in Äpgypten geboren und kam via Mailand und Solothurn nach Zurzach. In Solothurn droht ihr die Todesstrafe, ehe sie den römischen Statthalter Hirtacus heilt. Hier wie auch später in Zurzach wird sie von Kranken aufgesucht, die dank ihren Gebeten gesunden. Deshalb wird sie auch oft mit Kamm und Krug dargestellt. Ausserdem ist sie Schutzpatronen der Flüchtlinge und Dirnen, welche sich bei den berühmten Zurzacher Messen im Mittelalter einfanden. Auch kamen Frauen mit Kinderwunsch zu ihr in der Hoffnung auf Hilfe.

Die entsprechenden Themen werden im Stück behandelt, das Flüchtlingswesen ist etwa ein Haupterzählstrang. Es gibt unzählige, manchmal versteckte Hinweise auf das Leben der Heiligen. Allerdings unterstreicht Gisela Aeschbach, dass es dieses Wissen für den Theaterabend auf dem Zurzacher Chilebückli nicht braucht. Für Interessierte bietet sich die Möglichkeit, vor der Aufführung in drei örtlichen Restaurants eine Einführung zu erhalten, nebst kulinarischem Angebot, versteht sich.

Insgesamt weniger Zuschauer als erhofft

Wie Gisela Aeschbach ausführt, werden die Organisatoren die angestrebte Zuschauerzahl von 6000 wahrscheinlich nicht erreichen. Die Gründe? «Darüber können wir nur spekulieren.» Es hat sich als nicht einfach erwiesen, Zuschauer ausserhalb des Zurzibiets herzulocken, das gelte auch für die deutschen Nachbarn auf der anderen Rheinseite.

Die Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen – auch anderen Freilichttheatern - habe sicher eine Rolle gespielt. Ebenso das nicht gerade sommerliche Wetter gespielt. Immerhin: In Sachen Regen haben die Organisatoren «enormes Glück» gehabt, wie Gisela Aeschbach meint. Konkret meint sie damit, dass damit keine der bisherigen Vorstellungen seit der Premiere am 6. August ins Wasser gefallen ist. Zweimal habe es zwischendurch leicht geregnet. Die Zuschauer auf der 480 Plätze fassenden Tribüne musste das allerdings nicht kümmern. Die Tribüne ist überdacht.

Nichtsdestotrotz sind die Aufführungen von breiten Kreisen aus der Bevölkerung besucht worden. Die Organisatoren haben die Erfahrungen gemacht, dass doch viele Besucher das Stück als anregend empfanden und danach das Bedürfnis hatten, darüber zu diskutieren. Für wenige Besucher war die moderne Theater-Form mit mehreren Erzählsträngen ungewohnt. Aber: «Wir haben überwiegend sehr gute bis begeisterte Rückmeldungen erhalten», sagt Aeschbach.

Alle nötigen Infos zum Verenaspiel, zu Auftrittsdaten und szenische Einstimmung in Restaurants finden Sie hier.

Hören Sie sich hier die Legende der Heiligen Verena an: