Unteres Aaretal
Wegen absehbarer AKW-Abschaltung: Fernwärmenetz Refuna setzt verstärkt auf Holzwärme

Das von der Abwärme aus dem Kernkraftwerk Beznau gespiesene Fernwärmenetz Refuna im unteren Aargauer Aaretal rüstet sich für die Zukunft. Weil das AKW in absehbarer Zeit abgeschaltet wird, setzt die Refuna AG nun verstärkt auf Holzwärme.

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Ob Beznau 1 seinen Betrieb schon in Kürze wieder aufnehmen kann, ist unklar. Das Ensi rechnet frühestens im ersten Quartal 2016 damit. Alex Spichale

Ob Beznau 1 seinen Betrieb schon in Kürze wieder aufnehmen kann, ist unklar. Das Ensi rechnet frühestens im ersten Quartal 2016 damit. Alex Spichale

Alex Spichale

Seit letztem Winter wurde ein bereits bestehendes Holzheizwerk in Döttingen AG umgebaut. Ab Oktober bietet die Refuna nun Fernwärme aus dieser Quelle an. Die Kapazität reicht vorerst aber nur für 600 Haushalte, wie die Refuna am Mittwoch mitteilte.

Für die Refuna stellt die Wärmeabgabe von einem Holzheizwerk der erste Schritt ihrer Zukunftsstrategie dar. In den nächsten Jahren sollen weitere Wärmequellen dazukommen. Bereits heute vermittelt die Refuna auch Abwärme aus der KVA Turgi an Kunden weiter.

Mit dem Ausfall der Blöcke 1 und 2 des AKW Beznau sah sich das Fernwärmenetz Refuna im Dezember 2015 erstmals seit 31 Jahren seiner beiden Wärmequellen "beraubt". Als Ersatz mussten damals die mit Öl betriebenen Reserveheizwerke einspringen.

Die erste Teilstrecke der Regionalen Fernwärme Unteres Aaretal (Refuna) war am 8. November 1983 in Betrieb genommen worden. Erste Abnehmer waren das Eidgenössisches Institut für Reaktorforschung (EIR) und das Schweizerische Institut für Nuklearphysik (SIN), die später zum Paul Scherrer Institut (PSI) fusionierten.

Ab 1984 wurden weitere Teilstücke in Betrieb genommen. Das Fernwärmenetz wurde am 24. Oktober 1986 durch Bundesrat Leon Schlumpf offiziell eingeweiht. Auch die drei anderen Schweizer AKW Mühleberg, Leibstadt und Gösgen liefern Abwärme an die Bewohner oder an die Industrie in ihrer Umgebung.