Würenlingen
Wasserversorgung in Würenlingen feiert das 100-jährige Bestehen

Alle Schulkinder, Neuzuzüger und weitere Interessierte waren eingeladen, hinter die Kulissen der Wasserversorgung zu blicken. Im Reservoir, im Pumpwerk Unterwald und beim Gemeindehaus konnte man für einmal hinter sonst gut verschlossene Türen sehen.

Christian Roth
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Beim Feuerwehrposten konnten sich Gross und Klein an einer Feuerwehrspritze versuchen
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Ein Modell im alten Feuerwehrlokal erklärt die Wasserversorgung
100 Jahre Wasserversorgung Würenlingen
Im alten Feuerwehrmagazin gab es eine kleine Ausstellung
Brunnenmeister Salvatore Berti über dem 45 Meter tiefen Grundwasserschacht
Brunnenmeister Salvatore Berti erklärt die Pumpanlage im Unterwald
Auch die Feuerwehr war am Wassertag beteiligt

Beim Feuerwehrposten konnten sich Gross und Klein an einer Feuerwehrspritze versuchen

An der Gemeindeversammlung vom 14. August 1912 hat die Würenlinger Gemeindeversammlung den Grundstein für die heutige Wasserversorgung gelegt.

Das 100-jährige Reservoir auf Berg, am Waldrand oberhalb der Kirche, ist heute noch in Betrieb. Während damals aus einer Quelle im Ursprung 200-300 Liter Wasser pro Minute für ein Leitungsnetz mit Hydranten und einige Häuser im Dorfkern flossen, fördern die Pumpen im Grundwasserpumpwerk Hengelweg im Unterwald ein Vielfaches davon.

«Wir haben eine Konzession für 5000 Liter pro Minute», sagt Brunnenmeister Salvatore Berti bei der Führung durch das Pumpwerk, «die beiden Hauptpumpen laufen abwechslungsweise und im Normalfall nur mit günstigem Nachtstrom».

23 Metern Tiefe

Wird tagsüber einmal Wasser benötigt, kommt eine dritte, kleinere Pumpe zum Einsatz. Aus 23 Metern Tiefe wird 10 bis 12 Grad warmes Grundwasser gepumpt.

Was nicht im Netz verbraucht wird, gelangt als Reserve in das Reservoir Schmidberg-Böttstein, das Reservoir auf Berg sowie das Hochzonenreservoir im Oberwald.

Im alten Feuerwehrlokal beim Gemeindehaus gab es nicht nur Wurst, Bier und Cola, sondern in einer Ausstellung auch viel Wissenswertes über die Wasserversorgung zu erfahren.

Wasseruhren in Privathaushalten

Alte Hydranten und Rohre gab es ebenso zu sehen wie Pläne des Leitungsnetzes. Karl Hämmerli, Präsident der Werkkommission, nutzte die Gelegenheit, um für die seit vielen Jahren vorgeschlagene, aber vom Stimmvolk immer wieder verworfene Einführung von Wasseruhren in Privathaushalten zu werben.

«Der Vergleich mit anderen Gemeinden zeigt, dass Würenlingen einen etwa 30 Prozent höheren Verbrauch hat», so Hämmerli. Obwohl genügend Grundwasserreserven vorhanden sind, sei gerade mit dem weiteren Wachstum der Gemeinde damit zu rechnen, dass das heutige Netz bald nicht mehr ausreiche.

Wie vor hundert Jahren schon ist wichtig, dass bei einem Brandalarm immer genügend Wasser zu Verfügung steht. So war auch die Würenlinger Feuerwehr massgeblich am Fest beteiligt.

Bei der Umladestation Zwilag demonstrierte sie ihre Fahrzeuge und Gerätschaften. Wer wollte, konnte sich an einer Feuerwehrspritze versuchen, was nicht nur Schulkinder ausgiebig taten.