Döttingen
Warum wollen die SBB das Areal beim Bahnhof loswerden?

Die Gemeinde Döttingen könnte beim Bahnhof von den SBB drei Grundstücke für 3,3 Mio. Franken erwerben. Doch warum wollen die SBB diese abtreten?

Nadja Rohner
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Diese Grundstücke wollen die SBB beim Bahnhof Döttingen verkaufen

Diese Grundstücke wollen die SBB beim Bahnhof Döttingen verkaufen

NCH
Bahnhof Döttingen mit Arealen, die SBB verkaufen wollen

Bahnhof Döttingen mit Arealen, die SBB verkaufen wollen

Walter Schwager

Am Ende der Döttinger Gmeind zauberte Ammann Peter Hirt ein «brisantes Thema» aus dem Hut. Der Gemeinderat habe erst kürzlich von den SBB erfahren, dass diese einen Teil ihres Areals beim Bahnhof verkaufen wollen. Es handle sich um drei Grundstücke: der alte Güterschuppen samt Umschwung, das Areal hinter dem «Monti» (im Baurecht der Migros) und ein Baufeld südlich des Güterschuppens mit Parkplätzen. Für die 5800m verlangen die SBB 3,3 Mio. Franken, sagte Hirt. Das sind rund 570 Franken pro Quadratmeter. «Die SBB wollen bis Ende Juni wissen, ob die Gemeinde interessiert ist.»

Verzichtet die Gemeinde, spart sie Geld, verliert aber fast alle Mitwirkungs- und Nutzungsmöglichkeiten, wenn das Areal an Private verkauft wird. Döttingen könnte allenfalls nur einen Teil der Grundstücke erwerben. Oder aber man kauft alles und hat danach das Kommando über die künftige Gestaltung und Nutzung. Die Rede war auch von einem regionalen Jugendtreff im Güterschuppen – dieser ist allerdings als «besonders schützenswertes Objekt» eingetragen, was bauliche Veränderungen erschwert.

In der Diskussion zeigte sich das Plenum einem Areal-Kauf nicht abgeneigt – «Muesch chaufe wenns feil isch, nöd wennd s Gäld hesch», sagte ein Votant. Der Gemeinderat solle zumindest am «Baufeld Süd» Interesse zeigen. Der Preis erschien jedoch allen als zu hoch. Den Güterschuppen, das wurde klar, wollen die Döttinger nicht. Und ob die Firma Birchmeier, der das «Monti» gehört, das Areal dahinter kaufen würde? «Nicht um jeden Preis», sagte Markus Birchmeier dazu. Man hätte jedoch Interesse daran, mit der Gemeinde eine gute Lösung zu finden.

Doch warum wollen die SBB das Areal loswerden? «Das entspricht unserer Immobilienstrategie», sagt Sprecher Reto Schärli. «Grundstücke, die nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt werden, werden entwickelt oder verkauft. In Döttingen steht ein Verkauf im Vordergrund, deshalb haben wir die Flächen zuerst der Gemeinde angeboten.» Die 3,3 Mio. Franken entsprächen dem Schätzwert. «Alles Weitere wird mit der Gemeinde direkt besprochen, wenn diese interessiert ist.» Die SBB hätten dem Gemeinderat keine Entscheidungsfrist gesetzt: «Ein Verkauf ist erst 2016 geplant.»

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