Wahlen 2021
Fisibach hat nun doch vier Kandidaten für die fünf Sitze: Der bald 26-jährige Raphael Meier stellt sich zur Wahl

Der Appell des Vizeammanns und das Engagement der IG zeigen Wirkung: Trotz Ablauf der Anmeldefrist hat sich neben drei Bisherigen nun doch noch ein vierter Kandidat gemeldet.

Stefanie Garcia Lainez
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Unterdessen hat Fisibach vier Kandidaten für die fünf Gemeinderatssitze.

Unterdessen hat Fisibach vier Kandidaten für die fünf Gemeinderatssitze.

Severin Bigler

Mit einem emotionalen Schreiben hat sich der Fisibacher Vizeammann Yves Niedermann an die Bevölkerung gewandt. Der Grund: Im 545 Einwohner zählenden Dorf steigen nur drei Kandidaten um die fünf Gemeinderatssitze ins Rennen: nebst Yves Niedermann sind dies Ammann Roger Berglas und Gemeinderat Daniel Heiniger. «Persönlich bin ich über die Situation nicht nur enttäuscht, nein, es frustriert und ärgert mich sehr», schrieb er in den Gemeindenachrichten. Nun hat sich doch noch ein vierter Kandidat gemeldet: Raphael Meier (parteilos) stellt sich als Gemeinderat zur Verfügung.

Der bald 26-Jährige schloss zwar nicht aus, in den nächsten Jahren für das Amt zu kandidieren. Dass er sich aber schon jetzt zur Wahl stellt, sei etwas ausserplanmässig, sagt er. Der Entschluss fiel, weil die Kandidatensuche der Interessengemeinschaft Wählerversammlung, der er auch angehört, erfolglos geblieben war. So mussten potenzielle Kandidierende aus zeitlichen Gründen auf eine Wahl bei den Gesamterneuerungswahlen verzichten.

Raphael Meier bringt Erfahrung im Bereich Wald mit. Der ausgebildete Forstwart und Landwirt übt beide Berufe aus. Er arbeitet mit einem 50-Prozent-Pensum beim Forstamt in Lengnau und zuhause auf dem Biohof im Weiler Hägelen. Würde er gewählt, wäre sein Wunschressort die Forstwirtschaft, das die nicht mehr antretende Gemeinderätin Claudia Hirschi zurzeit führt.

Gerade im Wald würden in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen anstehen, sagt Raphael Meier. So wird aus dem Forstbetrieb Region Kaiserstuhl, dem nebst Rümikon und Kaiserstuhl auch Fisibach angehört, mit der Fusion der acht Rheintaler Gemeinden der Forstbetrieb Zurzach. «In den kommenden vier Jahren wird ausgearbeitet, wie dieser Forstbetrieb organisiert wird.» Fisibach könne zuhören und am Schluss entscheiden, ob es Teil des neuen Grossforstbetriebes sein möchte oder eine andere Lösung vorziehe. Raphael Meier sagt:

«Was in Fisibach geschah und in Zukunft geschehen wird, interessiert mich sehr.»

Er wuchs hier auf, ging im Dorf zur Schule und gehört seit einem Jahr zu den Ortsbürgern.

Für die Zukunft wünscht er sich, dass der Zusammenhalt unter den Einwohnern weiterhin bestehen bleibt. Denn das Nein der Fisibacher Bevölkerung zur Fusion mit Zurzach sei zwar ein klares Bekenntnis, hinter dem er stehe, das aber Herausforderungen mit sich bringe. «Es gehört hier dazu, offen zu diskutieren, kritisch zu hinterfragen und auch mal ein Traktandum an der Gmeind abzulehnen oder zurückzuweisen.» Diese Kultur soll weiterhin gelebt werden.

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