Rekingen
«Vielleicht muss man Aargauer sein, um das zu verstehen»: Schilder-Chaos sorgt für Kopfschütteln

Sackgasse, Parkverbot, Fahrverbot und vieles mehr: Der Schilderwald, der eine Quartierstrasse in Rekingen schmückt, sorgt nicht nur bei den Anwohnern für Kopfschütteln. Auch ein gestandener Zürcher Polizist ist ratlos. Eine Spurensuche im Zurzibiet.

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Martin Sorg war 16 Jahre lang Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, seine Dienstjahre als Polizist belaufen sich gar auf 36 Jahre. Der Zürcher kennt sich also aus im Schweizer Strassenverkehr.

Das glaubte er zumindest bis heute. Denn das Schilderchaos, dass sich dem 66-Jährigen in einem Wohnquartier in der Zurzibieter Gemeinde Rekingen bietet, bringt auch den langjährigen Gesetzeshüter zur Verzweiflung. «Wenn ich als ehemaliger Polizist das qualifizieren soll, bin ich überfordert», erklärt Sorg gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Vielleicht liegt es daran, dass ich Zürcher bin. Vielleicht muss man Aargauer sein, um das zu verstehen», witzelt er weiter.

Selbst Anwohner verstehen den Schilderwald nicht

In der Tat dürfte die Schildersituation im Rekinger Wohnquartier auch die meisten Aargauer Verkehrsteilnehmer ins Schwitzen bringen: Fahrverbot, Zubringerdienst/Land- und Forstwirtschaft gestattet, Parkverbot mit Pfeilbild an der Seite, Be- und Entladen für 15 Minuten gestattet und schliesslich auch noch das Zeichen für eine Sackgasse.

Selbst die Einheimischen haben Mühe, den wirren Schilderwald korrekt zu interpretieren. «Ich sehe hier immer wieder Autofahrer stehen, die überlegen, was sie nun machen sollen», so Quartierpräsident Hansjörg Kull. Viele hätten schon aufgeben und den Rückwärtsgang einlegt.

Dabei war die Verkehrssituation einst so einfach, wie sich Anwohner Peter Schifferle erinnert. Er habe damals lediglich gegen eine Tafel Einsprache erhoben, dann kam das Schilder-Chaos. Seither sei der Verkehr im Quartier sogar schlimmer geworden, weil Autos in der Sackgasse wenden müssen, klagen die Anwohner.

Martin Sorg ist nach längerem Studium des kuriosen Schilderwalds jedenfalls zu folgendem Schluss gekommen: «Ich glaube für mich gilt schlicht, dass ich hier hinten nichts zu suchen habe. Also Rückwärtsgang rein und nach Hause in den Kanton Zürich.» (luk)