Bad Zurzach
Verwirrendes Spiel mit Klöppel und Faden

Die Klöppelgruppe Region Zurzach lud die Spitzenmacherinnen zur Stubete ein. Auf der Bühne bestand die Möglichkeit, den Klöpplerinnen bei ihrer Tätigkeit zuzuschauen.

Peter Jacobi
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Klöppeln am Rundkissen: Für den Laien ganz schön verwirrend. pid

Klöppeln am Rundkissen: Für den Laien ganz schön verwirrend. pid

Wer den Begriff Stubete mit einem Treffen im kleinen Kreise gleichsetzt, wurde im Gemeindezentrum Langwies eines Besseren belehrt: Hier traf sich alles, was an diesem schönen Kunsthandwerk interessiert ist, hier fanden die Klöpplerinnen, darunter auch wenige Klöppler, das Zubehör, die Fachbücher und manchen guten Rat von den Spezialisten.

Zeitweise herrschte ein richtiges Gedränge zwischen den Verkaufsstellen. Händler Robert Moor aus Vordemwald freute sich über die guten Geschäfte. Dem Veranstalter der Stubete, der Klöppelgruppe Region Zurzach, stellte er ein grosses Lob aus für die Auswahl der Händler: «In Bad Zurzach sind wir wie eine grosse Familie», hielt Moor fest.

Spezialität: Klöppeln mit Draht

Unter dem Motto vom «Entwurf zur Publikation» zeigte Claire Burkhard aus Gebenstorf den Weg vom ersten Entwurf über Verbesserungen bis zum fertigen Klöppelbrief (siehe Box). Das Atelier MB als grösster Schweizer Anbieter hatte eine riesige Palette von Fäden, Garnen und Klöppeln im Angebot. Die Schweizerische Vereinigung der Spitzenmacherinnen war mit einem Stand vertreten, der Fachliteratur als Schwerpunkt hatte. Aus dem deutschen Schönaich kamen Heini Bugla und Rosemarie Mitter. Sie zeigten als Spezialität das Klöppeln mit Metalldraht, das bei Schmuck eingesetzt wird.

Auf der Bühne bestand die Gelegenheit, den Klöpplerinnen bei ihrer Tätigkeit zuzuschauen. Ein Blick über die Schulter zeigte das für den Laien verwirrende Spiel mit den Klöppeln: Durch Drehen und Kreuzen wächst langsam ein kleines Kunstwerk heran. «Bei uns im Erzgebirge hat man im Vorschulalter begonnen, darum klöpple ich seit 65 Jahren und habe immer noch Freude daran», meint die Deutsche, die auf dem Rundkissen klöppelt.

Die Faszination dieses Handwerks macht die Vielseitigkeit aus, meint eine Hobbyklöpplerin, die sich mit neuem Material an einem Stand eindeckt. «Hier trage ich den selber hergestellten modernen Schal, im Moment bin ich an einer eher konventionellen Tischdekoration mit Spitzen, und für Ostern werden die Deko-Eier mit Stickereien verziert.» Mit einer Einkaufsliste ist die Klöpplerin unterwegs, die für ihre Gruppe einkauft: «Andere Frauen treffen sich zum ‹Lisme›, wir treffen uns zum Klöppeln. Auch da können wir gut einen gemütlichen Schwatz abhalten.»

Den guten Namen bewahren

Vor rund dreissig Jahren waren es drei Frauen, die mit dem Klöppeln in der Umgebung Zurzachs begannen. Sie wollten das alte Handwerk in dieser Gegend bekannter machen. Die Tagung der Vereinigung Schweizer Spitzenmacherinnen (VSS) im Juni 1996 in Zurzach wurde zum Auslöser, um für Kurse in der Region sowie im benachbarten Deutschland zu werben. Heute zählt der Verein zwanzig Mitglieder, wobei der Bestand stagniert. Präsidentin des Vereins ist Theres Dietschi. Hoch ist
der Stellenwert der zweimal jährlich stattfindenden Stubete in Bad Zurzach, und diesen guten Namen gilt es zu bewahren, meinen die Vereinsverantwortlichen. Das beweist auch die Anwesenheit des Klöppel-Weltverbands (OIDFA) mit einem Informationsstand.