Bluttat Würenlingen
Verein trauert um Mordopfer: «Unser Karli war bei allen beliebt»

Würenlingen steht nach der grausamen Bluttat in der Nacht auf Sonntag unter Schock. Die Todesopfer waren im 4500-Seelen-Dorf bekannt und geschätzt. Im Dorfleben hinterlassen sie eine grosse Lücke.

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Viele Nachbarn hörten die Schüsse, die am Samstagabend gegen 23 Uhr im ansonsten ruhigen Wohnquartier fielen. Sie waren es auch, die die Polizei alarmiert hatten. Aufgeschreckt von den Sirenen und Polizisten begab sich Robin De-Carli vor die Tür. «Sie sagten uns, wir sollen wieder reingehen, es sei nicht sicher», beschreibt der Anwohner die Situation kurz nach der Bluttat mit fünf Todesopfern.

Eine der getöteten Personen könnte ein Zufallsopfer gewesen sein, vermutet die Polizei. Das stimmt Valerio Romano, der gleich gegenüber wohnt, nachdenklich: «Man hätte nur im falschen Moment draussen stehen müssen», sagt er gegenüber Tele M1. Dass so etwas jemals im eigenen Umfeld geschieht, hätte er nicht gedacht.

Guido Ducret ist als katholischer Seelsorger eine Anlaufstelle für die besorgten Dorfbewohner. Er hat am Sonntag mit mehreren Würenlingern gesprochen. «Es ist diffus und tragisch. Viele Leute können gar nicht einordnen, was da passiert ist», sagt Ducret.

Schüsse in Wohnquartier in Würenlingen – Mehrere Tote
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In diesem Haus erschoss der Täter seine Verwandten.
Das Haus befindet sich am Langackerweg: Anwohner hörten an jenem Samstagabend gegen 23 Uhr Schüsse.
Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Markus Gisin, Chef Aargauer Kriminalpolizei, an der Medienkonferenz am Tag nach der Tat: «Es sind relativ viele Schüsse gefallen.»
Der Familienvater mit türkischer Abstammung war zehn Tage vor der Bluttat von Würenlingen aus der psychiatrischen Behandlung entlassen worden.
Der Täter, Semun A., war der Polizei bereits bekannt.
Wegen häuslicher Gewalt war er ab April 2015 in der Psychiatrie.
Daniel von Däniken von der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft.
Polizeikommandant Michael Leupold.

Schüsse in Wohnquartier in Würenlingen – Mehrere Tote

Keystone

Vereinsmitglieder fassungslos

Eines der Mordopfer war Karl L.. Er war seit 20 Jahren Mitglied im FC Turgi. So lange war er auch mit René Senn befreundet. Dieser ist noch immer fassungslos: «Unser Karli war im Verein bei allen beliebt», so Senn. «Er hat nie jemandem etwas Böses getan. Man musste ihn einfach gern haben.»

Auch Vereinspräsidentin Maja Senn ist schockiert: «Im ersten Moment glaubt man es gar nicht.» Es sei eine Leere und eine Fassungslosigkeit, beschreibt sie ihre Gefühle, nachdem sie von der schrecklichen Tat erfahren hatte. Es werde noch eine Weile dauern, bis sie diese Tat wirklich begreifen könne.

Gemeinde bietet Unterstützung an

Der Würenlinger Gemeindeammann, André Zoppi, ist bestürzt: «Wir sind ein Dorf, in dem man sich noch kennt.» Auch die Familie, die auf brutale Weise ausgelöscht wurde, kannte man im Ort. Das mache die Situation besonders schwierig. Den Hinterbliebenen, die derzeit von einem Care-Team betreut werden, sichert der Ammann die Unterstützung der Gemeinde zu. (cze)

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