Rekingen
Unterkunft erweitert: Bald wohnen 130 Asylbewerber in 1000-Seelen-Dorf

Rund 1000 Personen und 83 Asylbewerber wohnen in der Zurzibieter Gemeinde Rekingen. Bald sollen 50 Asylbewerber dazukommen. Der kantonale Sozialdienst hat neben der bestehenden Unterkunft zusätzliche Wohnungen gemietet, um diese unterzubringen.

Nadja Rohner
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Die kantonale Asylunterkunft Rekingen. (Archiv)

Die kantonale Asylunterkunft Rekingen. (Archiv)

Das haben die Rekinger so wohl nicht erwartet: Die kantonale Asylunterkunft am Rossweg wird deutlich grösser. Der Kanton konnte von einer Privatperson sechs weitere Wohnungen mieten. Diese befinden sich am Rossweg 16, 18 und 20 – also in dem Gebäudekomplex, wo sich im vorderen Teil bereits eine kantonale Asylunterkunft mit derzeit 83 Personen befindet.

Ab November ziehen sie ein

Dort sollen schon ab 1. November weitere Personen einziehen. „Maximal können die Wohnungen 60 weitere Personen aufnehmen“, sagt Cornelia Breitschmid vom kantonalen Sozialdienst. Rechnen müsse man aber mit rund 50 Personen – vornehmlich alleinreisende Männer, wie bisher.

Der Vermieter der neuen Asylwohnungen ist von sich aus auf den kantonalen Sozialdienst zugekommen, man habe nicht aktiv nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten in Rekingen gesucht, betont Breitschmid. „Derzeit haben wir im Aargau eine Belegung der Asylunterkünfte von 111 Prozent. Die Zuweisungen haben seit dem Sommer massiv zugenommen. Wenn das so weitergeht, fehlen bis Ende Jahr etwa 300 Plätze“, führt Breitschmid aus. „Deshalb müssen wir nehmen, was wir an Immobilien angeboten bekommen.“

Asylsuchende aus Syrien, Eritrea und Afghanistan

Bezüglich des Sicherheitsdispositivs wird sich der Kanton heute Nachmittag mit dem Rekinger Gemeinderat besprechen. Breitschmid: „In der Asylunterkunft Rekingen haben wir derzeit relativ wenige Probleme. Im Sommer 2012, als nach dem Arabischen Frühling viele Nordafrikaner hier waren, hatten wir tatsächlich sehr viel Kleinkriminalität in der Region. Derzeit sind es aber vor allem Asylsuchende aus Syrien, Eritrea und Afghanistan – sie stecken mitten im Asylverfahren und haben eine gute Chance, aufgenommen zu werden. Deshalb verhalten sie sich in der Regel auch gesetzeskonformer.“

Bisher patrouilliert eine private Sicherheitsfirma in den Abend- und Nachtstunden von Montag bis Freitag sowie an den Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr in den Quartieren. Innerhalb der Asylunterkunft sorgt der Nachtdienst des Kantonalen Sozialdienstes für Ordnung. Ob man diese Massnahmen ausbauen muss, wird sich in den nächsten Tagen noch klären, so Breitschmid.

Am 31. Oktober findet um 19.30 Uhr ein Informationsanlass im Gemeindesaal Rekingen statt.