Bad Zurzach
«Unsere Gemeinde ist ein Regenbogen»

Der Neujahrsapéro 2012 im Zentrum Langwies stand im Zeichen des Wechsels an der Spitze der Gemeinde. Die Festansprache hielt der Badener Stadtammann Stephan Attiger.

Peter Jacobi
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Am Neujahrsapéro in Bad Zurzach. In der vorderen Reihe von rechts: Der verabschiedete Gemeindeammann Franz Nebel und seine Frau, Grossratspräsident Theo Voegtli, Böttstein, und der Badener Stadtammann Stephan Attiger.pid

Am Neujahrsapéro in Bad Zurzach. In der vorderen Reihe von rechts: Der verabschiedete Gemeindeammann Franz Nebel und seine Frau, Grossratspräsident Theo Voegtli, Böttstein, und der Badener Stadtammann Stephan Attiger.pid

Dass es ein spezielles Ereignis war, zeigte die Prominenz von beidseits des Rheins, die neben der Bad Zurzacher Bevölkerung als Gäste am Neujahrsapéro teilnahm. In zwei Akten erfolgte die Laudatio für den auf Ende Jahr zurückgetretenen Gemeindeammann Franz Nebel. «Mitstreiter» Mäni Moser, Vizeammann, würdigte die politische Arbeit von Franz Nebel.

Nach einem «nebulösen» Parteiengeplänkel um den Quereinsteiger wurde Nebel am 28. September 1997 in den Gemeinderat und drei Wochen später als Gemeindeammann gewählt. Beeindruckende Zahlen hatte Moser zur 14-jährigen Tätigkeit zusammengetragen: über 10000 Traktanden an 622 Gemeinderatssitzungen, rund 59000 Unterschriften. «Würde man die unterschriebenen Blätter aufeinanderstapeln, ergäbe das eine Höhe von sechs Metern.» Mäni Moser dankte dem abtretenden Ammann für die gute Zusammenarbeit im Team und seinen engagierten Einsatz in Arbeitsgruppen und vielen Vereinigungen. Gemeindeschreiber René Huber brachte seinen Dank aus Sicht des Gemeindepersonals in Versform vor. Für die grossen Verdienste um die Gemeinde wurde Franz Nebel und seiner Ehefrau das Gemeindebürgerrecht von Bad Zurzach verliehen.

Vielfalt in gemeinsamer Heimat

In seiner Antrittsrede sprach der neue Gemeindeammann Reto S. Fuchs von Bad Zurzach als gemeinsamer Heimat. «Die einen sind hier geboren, hier aufgewachsen; die anderen zugezogen, bereits aufgenommen wie die Einheimischen oder beginnen sich erst heimisch zu fühlen. Jeder trägt zur Vielfalt in der Gemeinde bei, mit seinen Talenten, seinen Fähigkeiten.» Fuchs erinnerte an das Kinderlied vom Regenbogen und folgerte: «Eine vielfältige, farbige Gemeinde wird die Herausforderungen meistern.» In der unmittelbaren Zukunft seien die Weichen für die Zukunft Bad Zurzachs zu stellen, so Reto Fuchs. «Weil unsere Gemeinde aus einer starken Vergangenheit kommt, vertrauen wir in die Gegenwart und glauben mit viel Hoffnung an eine gute Zukunft.» Der neue Gemeindeammann bedankte sich für das Vertrauen und die spürbare Unterstützung bei seiner Wahl. Er schloss seine Antrittsrede mit dem Aufruf: «Bad Zurzach ist eine farbige Gemeinde! Bad Zurzach ist ein Regenbogen – dank Ihnen.»

Eine Stadt bewegt sich

Badens Stadtammann Stephan Attiger kam über die Gemeinsamkeiten wie Bäder und Zentrumsfunktion in der Region auf die Verkehrsplanung und -entwicklung zu sprechen. Ein Strassenprojekt müsse auch immer ein Aufwertungsprojekt sein. Dem ersten Schritt müssen weitere Schritte folgen. Aber nur wenn die Bevölkerung von Anfang einbezogen wird, kann sie entscheiden. Für die Stadt Baden wie für den Marktflecken Bad Zurzach gelte das Gleiche: Das Zentrum muss entlastet werden, damit pulsierendes Leben auf attraktiven Begegnungsplätzen möglich ist, denn «Klatsch in der Kleinstadt ist weniger schlimm als Gleichgültigkeit in der Grossstadt.»

Vor dem offiziellen Anlass fand ein ökumenischer Gottesdienst im Gemeindezentrum statt. Die Jugendmusik Bad Zurzach unter der Leitung von Chris Schneider lockerte mit ihrem Spiel das Programm auf. Beim anschliessenden Apéro konnte ungezwungen über das vergangene und zukünftige Geschehen im Flecken Bad Zurzach diskutiert werden.