Postauto-Drama Endingen
Unglücksstrasse wird bald verbreitert: «Damit Fahrzeuge neben der Strasse nicht wegrutschen»

Bereits vor dem tödlichen Unfall im November 2014 gab es Pläne, die Strasse zwischen Lengnau und Endingen auszubauen. Nun wird das Projekt realisiert, der Baustart ist am 10. April.

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Hier auf der Kantonsstrasse zwischen Endingen und Lengnau kam es zum tödlichen Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Postauto der Linie 355 (nach Niederweningen) im November 2014. Vorne im Bild die Gedenkstätte am Unfallort im März 2017.
18 Bilder
Im November 2014 kam es zum Unfall zwischen einem Postauto, einem Lastwagen und einem Personenwagen.
Beim Unfall kamen zwei Menschen ums Leben.
Die Todesopfer sassen im Postauto.
So verlief der Unfall
Der Lastwagen ist samt Anhänger umgekippt.
Das Postauto steht gerade auf der Strasse.
Der Lastwagen ist nach der Kollision mit dem Personenwagen umgekippt.
Der Lastwagen samt Anhänger kippte beim Unfall.
Der TCS-Heli hebt ab.
Der Personenwagen ist komplett zerstört.
Zerquetsches Auto beim Horrorunfall in Endingen.
In diesem Postauto starben zwei Menschen.
Der Lastwagen samt Anhänger kippte beim Unfall auf die Seite.
Das Postauto wurde seitlich aufgeschlitzt.
Ein Wunder, dass die beiden Personen in diesem Auto überlebt haben.
Der umgekippte Lastwagen
Vier verschiedene Feuerwehren waren am Unfallort im Einsatz.

Hier auf der Kantonsstrasse zwischen Endingen und Lengnau kam es zum tödlichen Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Postauto der Linie 355 (nach Niederweningen) im November 2014. Vorne im Bild die Gedenkstätte am Unfallort im März 2017.

Sandra Ardizzone

Kurz nach dem schweren Unfall von Endingen waren kritische Stimmen laut geworden: Die K284 – als Surbtalstrasse bekannt – sei zu schmal, zwei grosse Fahrzeuge könnten nur mit Mühe kreuzen. Damals kündigte der stellvertretende Kantonsingenieur Matthias Adelsbach an, im ersten Quartal 2015 werde ein Baugesuch aufgelegt, um die Strasse von 6,20 auf 6,50 Meter zu verbreitern. Zudem sollten die Bankette neben der Strasse besser befestigt werden.

«Sie sollen wo möglich 50 Zentimenter breit sowie stabiler und tragfähiger werden – damit Fahrzeuge, die neben die Fahrbahn geraten, nicht wegrutschen», sagte Adelsbach. Das Projekt habe der Kanton schon 2012 initiiert, also lange vor dem Unfall.

Für die Sanierung und Verbreiterung rechnete das Baudepartement damals mit Kosten von rund 5,5 Millionen Franken. Die Bauarbeiten würden frühestens 2016 beginnen und rund zwei Jahre dauern, hiess es damals.

Baubeginn am 10. April

Bisher sind die Baumaschinen an der Surbtalstrasse aber noch nicht aufgefahren. Im kantonalen Strassenbauprogramm ist für das laufende Jahr ein Projekt zur Belagserneuerung auf der Surbtalstrasse aufgeführt. Die nötigen Arbeiten wurden im November ausgeschrieben, laut der Ausschreibung geht es um eine Strecke von 2250 Metern, der Baubeginn war auf den 6. März festgelegt.

Gebaut wird aber noch nicht, der zuständige Kreisingenieur Giuliano Sabato sagt auf Anfrage: «Der Auftrag ist vergeben, am 10. April beginnen die Arbeiten.» In einer ersten Phase würden bis Ende Jahr die Bankette der Strasse auf beiden Seiten um je einen Meter verbreitert.

Dann folgt im Winter eine Baupause, bevor im Sommer 2018 schliesslich der neue Strassenbelag eingebaut wird. Bis die Strasse verbreitert ist, wird es also noch rund anderthalb Jahre dauern. Die Kosten für das Projekt sind derweil gesunken, sie betragen gemäss Sabato noch 4,5 Millionen Franken.

Nicht mehr Unfälle als anderswo

In Endingen war nach dem Unfall zu hören, dass die Surbtalstrasse vor rund 50 Jahren extra schmal gebaut worden sei, weil man keine Raserstrecke wollte. Kantonsingenieur Adelsbach wollte damals nicht darüber spekulieren. «Allerdings wurden in den 1960er- und 70er-Jahren übergeordnete Hauptachsen eher breiter als nötig gebaut», sagte er. Das aktuelle Projekt ist indes nicht der erste Ausbau der Strecke. Die Surbtalstrasse wurde Ende der 80er-Jahre schon einmal saniert und auf mindestens 6,15 Meter Breite ausgebaut.

Speziell unfallträchtig ist die Kantonsstrasse aber nicht. Adelsbach hat nach dem Unglück einen Blick in die Unfallstatistik geworfen: «In den letzten fünf Jahren gab es auf der Strecke Lengnau–Endingen neun Unfälle, das liegt im üblichen Rahmen», sagte er. Die Strassenbreite habe dabei keine Rolle gespielt: «Es waren meist Selbstunfälle von Autos oder Velos, keine Kollisionen zwischen Lastwagen oder anderen breiten Fahrzeugen.»