Bad Zurzach
Undichte Flachdächer: Wohnungsbesitzer sollen für Schäden aufkommen

Undichte Dächer, Schimmelbildung und Wasserschäden – die Überbauung Uf Raine sorgt weiter für negative Schlagzeilen. Durch die Sanierung entstehen erhebliche Kosten – zur Kasse gebeten werden die Wohnungsbesitzer.

Angelo Zambelli
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Der Knatsch bei der Überbauung Uf Raine geht weiter: Flachdächer sind undicht und müssen saniert werden. Die Wohnungsbesitzer sind zur Kasse gebeten worden, weil sich weder der Bauherr noch der Dachdecker für die Mängel verantwortlich fühlen. Angelo Zambelli

Der Knatsch bei der Überbauung Uf Raine geht weiter: Flachdächer sind undicht und müssen saniert werden. Die Wohnungsbesitzer sind zur Kasse gebeten worden, weil sich weder der Bauherr noch der Dachdecker für die Mängel verantwortlich fühlen. Angelo Zambelli

Im Drama um die Überbauung Uf Raine in Bad Zurzach wird ein weiteres, unschönes Kapitel geschrieben: Bei drei Blocks sind die Flachdächer undicht, bei weiteren zwei Blocks laufen entsprechende Abklärungen.

Wohnungseigentümer berichten von beschädigten Dampfsperren, was zu Wasserbildung in der Isolation und zu Feuchtigkeit in der Betondecke sowie letztlich zu Wasserschäden und Schimmelbildung in den Wohnungen führt. Erbost sind die betroffenen Eigentümer, weil sie für die nicht aufschiebbare Sanierung erhebliche Summen bezahlen mussten.

«Dachhaut selbst verletzt»

Für Alfred Maurer von der Uf Raine Immobilien GmbH Eich – der Nachfolgerin der Uf Raine Immobilien GmbH Zug, welche die Überbauung erstellt hat – ist die Sachlage klar: «Eine im Sommer 2011 zusammen mit der Raiffeisenbank Aare-Rhein in Auftrag gegebene Expertise hat ergeben, dass die Flachdächer zu diesem Zeitpunkt dicht waren und zu keinerlei Beanstandungen Anlass gaben.»

Der Ausbau des Dachs der Häuser 7 und 8 sei von den Eigentümern selbst in Auftrag gegeben worden, sagt Maurer. «Offensichtlich ist beim Setzen der Blumenkisten die Dachhaut verletzt worden.» Denn erst im Mai 2013 sei festgestellt worden, dass Wasser in die obersten Wohnungen eindringe.

Die Verantwortlichen der Waldshuter Firma, die die Dacharbeiten ausgeführt hat, verweisen darauf, dass sie wegen eines laufenden Gerichtsverfahrens keine Aussagen machen möchten.

Der Aussage Maurers, die Wohnungseigentümer hätten die Dachhaut beim Selbstausbau verletzt, widersprechen einzelne Wohnungseigentümer vehement: Sie argumentieren, dass die Dampfsperre von Anfang an nicht in ausreichendem Masse hochgezogen worden sei, was zum Eindringen von Wasser führen musste. Als weitere Ursache wird die unsachgemässe Montage der Geländer genannt. Bei diesen Arbeiten – und nicht mit dem Setzen von Blumenkisten – sei die Dachhaut verletzt worden.

Konkurse und Pfandrechte

Fakt im Uf Raine-Drama ist, dass ein Teil der Flachdächer in der sehr schön gelegenen und ebenso schön gestalteten Überbauung undicht ist und die betroffenen Wohnungen an Wert verlieren. Fakt ist auch, dass mehrere am Bau der Eigentumswohnungen beteiligten Handwerksfirmen als direkte oder indirekte Folge ausstehender Zahlungen entweder an einem Konkurs vorbeischrammten oder Konkurs anmelden mussten. Fakt ist ausserdem, dass nach wie vor in mehr als einem Haus Handwerkerpfandrechte eingetragen sind.

Letzte Häuser vor der Vollendung

Nicht betroffen von den Ereignissen rund um die undichten Flachdächer sind die Häuser an der Salzstrasse. Sie befinden sich im Besitz der Darcon Bau + Immo AG mit Sitz in Bad Zurzach.