Zurzibiet
Umstrittener Entscheid: Gemeinden sprechen 100'000 Franken Defizitgarantie für Badenfahrt-Teilnahme

Erstmals seit 30 Jahren wird das Zurzibiet 2017 wieder an der Badenfahrt vertreten sein. die Gemeinden haben an der letzten ZurzibietRegio-Sitzung eine Defizitgarantie gesprochen.

Andreas Fretz
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Die Badenfahrt mit ihren legendären Festbeizen lockt die Besuchermassen an. Das nächste Mal findet sie vom 18. bis 27. August 2017 statt. Alex Spichale

Die Badenfahrt mit ihren legendären Festbeizen lockt die Besuchermassen an. Das nächste Mal findet sie vom 18. bis 27. August 2017 statt. Alex Spichale

zvg

Ist die Badenfahrt bloss ein «Ess- und Trinkfest», wie es Vizeammann Bruno Rigo im Namen des Böttstemer Gemeinderats formulierte, oder bietet das Volksfest «eine einmalige Chance, sich ausserhalb des Bezirks zu präsentieren», wie Franz Bertschi, Lengnaus Gemeindeammann, beschwörte? Darüber und über eine Defizitgarantie wurde an der Versammlung des Gemeindeverbands ZurzibietRegio engagiert debattiert.

An der Versammlung im Dezember 2015 wurde die Idee geboren und eine Arbeitsgruppe um Franz Bertschi ins Leben gerufen. Mit einer gemeinsamen Festbeiz will die Region die Marke Zurzibiet stärken. «Die Badenfahrt ist Lebensfreude, ein Ort der Begegnung, an dem man auch wertvolle Kontakte knüpfen kann», pries Bertschi das Projekt als Standortmarketing an. Geplant ist eine zweistöckige Festbeiz, die 40 Sitzplätze anbietet, im oberen Stock einen Bar/Lounge-Betrieb führt und bei den Besuchern für einen «Aha-Effekt» sorgt.

Getragen werden soll das Gemeinschaftsprojekt von den Zurzibieter Gemeinden, die eine Defizitgarantie in Höhe von drei Franken pro Einwohner sprechen. Dafür war an der Versammlung eine Zweidrittelmehrheit nötig. Mit 18 zu 7 Stimmen wurde die Defizitgarantie angenommen. 17 Stimmen wären ausreichend gewesen.

Neben den ablehnenden Voten (Höhe der Defizitgarantie, woher kommen die Helfer? Richtige Zielgruppe?) gab es viel Zustimmung. Bad Zurzachs Gemeindeammann Reto S. Fuchs sagte, «ein gemeinsamer Auftritt wäre ein starkes Zeichen, das Leute und Vereine verbindet und identitätsbildend wirkt».

Zurzibiet-Präsident Felix Binder rief den (auch finanziell) erfolgreichen Auftritt von 1987 in Erinnerung, und Koblenz’ Heidi Wanner erwähnte das «riesige Einzugsgebiet der Badenfahrt». Bertschi sagte, dass an den zehn Festtagen je nach Wetter 400 000 bis 700 000 Besucher an die Badenfahrt strömten.

In ihrer Festbeiz streben die Zurzibieter die Zahl von 4000 Besuchern an. Grossrat René Huber rechnete vor: «Wenn nur schon rund zehn Prozent der Zurzibieter ihre Festbeiz besuchen, ist diese Vorgabe erreicht.» Vielfach wurde betont, dass dieses gemeinsame Projekt das «Wir-Gefühl» bestärkt.

Beim Badenfahrt-OK haben sich die Zurzibieter bereits provisorisch angemeldet. Für den Architekten und den Festwirt ist ein fixes Honorar vorgesehen. Den Standort der Festbeiz erfahren die Zurzibieter im Juni.

Natürlich sollte dieser gut gelegen sein, etwa auf dem Theaterplatz oder im Kurpark. Unter welchem Namen und Motto der Auftritt erfolgt, ist noch offen. Bertschi stellte das Projekt als «Zurzistar» vor. Gut denkbar aber, dass die regionalen Vorzüge mehr in den Vordergrund rücken sollen. Also etwa Wein und Reben. Denn die Beiz soll nicht nur bei den Zurzibietern gut ankommen, sondern eben auch über die Region hinaus die Stärken anpreisen.