Schneechaos
Umgeknickte Bäume und verbale Entgleisungen: Zurzibieter Einsatzkräfte standen im Dauereinsatz

Regionalpolizei, Feuerwehren und Förster standen wegen der Schneemassen im Zurzibiet im Dauereinsatz. Für Ärger sorgten Automobilisten.

Daniel Weissenbrunner
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Die Feuerwehr Surbtal legte eine Nachtschicht ein. Sie rückte in der Nacht auf Freitag insgesamt fünfzehn Mal aus, wie hier zwischen Lengnau und Endingen. Ein Autolenker prallte zwischen Böttstein und Leuggern in einen Baum. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Idylle trügt: Von Spaziergängen im Wald (hier in Schneisingen) wird dringend abgeraten.
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Ein Autolenker prallte zwischen Böttstein und Leuggern in einen Baum. Der Fahrer blieb unverletzt.
Die Idylle trügt: Von Spaziergängen im Wald (hier in Schneisingen) wird dringend abgeraten.

Die Feuerwehr Surbtal legte eine Nachtschicht ein. Sie rückte in der Nacht auf Freitag insgesamt fünfzehn Mal aus, wie hier zwischen Lengnau und Endingen. Ein Autolenker prallte zwischen Böttstein und Leuggern in einen Baum. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Idylle trügt: Von Spaziergängen im Wald (hier in Schneisingen) wird dringend abgeraten.

Feuerwehr Surbtal Bild: Feuerwehr Böttstein-Leuggern Bild

René Lippuner muss sich weit zurückerinnern. «Das letzte Mal, dass wir Schneefälle in dieser Intensität erlebten, dürfte 1999 gewesen sein», sagt der Chef der Regionalpolizei Zurzibiet. Innerhalb von 24 Stunden fielen von diesem Donnerstag auf Freitag in den höheren Lagen des Zurzibiets bis zu einem halben Meter Neuschnee. Entsprechend prekär waren die Verhältnisse auf den Strassen.

Umgestürzte Bäume und Autolenker, die aus ihrer misslichen Lage befreit werden mussten, hielten die Regionalpolizei, die Feuerwehren und die Forstbetriebe auf Trab. Die ­Bilanz: Dutzende Einsätze, wie beispielsweise in Tegerfelden, wo ein Baum auf einen Personenwagen fiel, oder in Böttstein, wo ein Automobilist in zwei Bäume fuhr. In beiden Fällen gab es keine Verletzten.

Die eindrücklichsten Bilder von den starken Schneefällen im Aargau:

Verschneiter Bahnhof Aarau, hier beim Bus-Terminal.
97 Bilder
Baden im Winterkleid.
Die Aarauer Altstadt ist verschneit, der Bus fährt trotzdem.
Die Stühle am Aarauer Bahnhof leuchten mit dem Schnee so richtig.
Baum fällt gegen Haus in Rombach.
Am östlichen Ende der Hochbrücke Baden ist es sehr rutschig und daher gefährlich.
Vielerorts sind Feuerwehren im Einsatz
Baden im Winterkleid.
Aarau
Baden im Winterkleid.
Vielerorts sind Feuerwehren im Einsatz
In Erlinsbach AG waren die strassen gesperrt, da es zu einem Unfall gekommen ist mit dem Bus, der in die Klinik Barmelweid fuhr. Mitarbeiter liefen von der Klinik zu Fuss in Richtung Erlinsbach.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Beim Eniwa-Kraftwerk
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Die provisorische Brücke beim "Entennest"
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Friedhof Rosengarten in der Nacht
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Friedhof Rosengarten in der Nacht
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Friedhof Rosengarten in der Nacht
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Bei vielen Bäumen sind Äste wegen der Schneelast angefallen.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Altstadt Aarau
Winterliche Landschaft in der Region Aarau In der ganzen Altstadt Aarau waren Schneemannbauer unterwegs.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau In der ganzen Altstadt Aarau waren Schneemannbauer unterwegs.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Altstadt Aarau
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Graben Aarau
Kein Schneemann, sondern ein Schnee-Pharao mitten in der Aarauer Altstadt.
Viel Schnee in Würenlingen.
Der Bob ist auch in der Stadt Baden im Einsatz.
Auch der Bahnhof Aarau ist verschneit.
Der Aarauer Bahnhof ist verschneit.
Die verschneite Kirche in Gebenstorf.
Blick von ob Baden.
Lust auf eine Runde Schneehockey?
Die verschneite Ruine Stein in Baden.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau Graben Aarau
Ein weiteres Bild aus dem verschneiten Aarau.
28,5 Zentimeter Schnee in Baden – hoppla.
Das «Dörfli» in Würenlingen ist ebenfalls verschneit.
Auch in Klingnau hat es massiv geschneit.
Trampolinspringen? Hier in Klingnau wohl eher nicht.
Auch auf der Schaukel wird heute wohl niemand sitzen.
Dieses Strassenschild zeigt, wie viel Schnee in Klingnau gefallen ist.
Verschneites Freienwil.
Verschneites Baden.
Auch in Obersiggenthal liegt viel Schnee.
Das Schwimmbad in Obersiggenthal – zugeschneit.
Viel Schnee in der Stadt Baden.
Und noch einmal Baden mit viel Schnee.
Heute ist in Brugg gutes Schuhwerk gefragt.
Die verschneite Brugger Alstadt.
Die Hauptstrasse in Gebenstorf.
Winterliche Landschaft in der Region Aarau In der ganzen Altstadt Aarau waren Schneemannbauer unterwegs.
Die Gstühl-Kreuzung in Baden ist verschneit, Autos sind nur wenige unterwegs.
In der Aargauer Telli liegt auch schon seit langer Zeit viel Schnee.
Baden im Winterkleid.
Am Bahnhof Aarau schneit es so stark, dass sogar die Fotolinse sofort voller Tropfen ist.
Baden, Mark Walther
Genossenschaftssiedlung Wohnen im Alter in Bözen.
Koblenz am Freitagmorgen.
Genossenschaftssiedlung Wohnen im Alter in Bözen.
In Aarau hält ein Vogelhäuschen viel Schneelast aus.
Baden im nächtlichen Schnee.
Schnee-Impression aus Uezwil.
Das ehemalige Restaurant und Pub Stiefeliryter in Uezwil erlebt seinen letzten Schnee, am Montag wirds abgerissen.
Der Weg zwischen Sarmenstorf und Uezwil war schon früh am Freitagmorgen traumhaft.
Der Weg zwischen Sarmenstorf und Uezwil war schon früh am Freitagmorgen traumhaft.
Vor einem Haus in Rombach ist ein Baum umgeknickt.
In Ehrendingen hat es mächtig Schnee hingelegt.
Ehrendingen toppt Baden: Hier liegen 35,5 Zentimeter Neuschnee.
Auch in Wohlen hat es eine ordentliche Portion Schnee hingelegt.
Noch einmal Ehrendingen mit viel Schnee.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Baden im Winterkleid.
Strassenräumung zwischen Lenzburg und Ammerswil.
Der Forstdienst appelliert an die Bevölkerung, nicht in den Wald spazieren zu gehen. Es ist zu gefährlich.
Die Feuerwehr Surbtal im Einsatz.
Wo ist denn das Fahrrad hin?
In Brugg werden die Wege vom Schnee befreit.
Brugg als Winterwunderland.
Hallo Sonne! Da verziehen sich erstmals die Wolken in der Region Baden (vor 14.00 Uhr) und lassen die Winterlandschaft noch schöner werden.
In Baden ist der Himmel anfangs Nachmittag blau.
Auch im Zurzibiet hellt der Himmel auf.
Zurzibieter Schneelandschaft.
Nach dem grossen Schnee scheint in Hägglingen sogar ein wenig die Sonne.
Verschneites Hägglingen.
Das verschneite Oederlin-Areal in Baden.
«Fast wie Ferien», will uns dieses Bild aus Bad Zurzach sagen.
Sehr malerisch sieht es in der Region Langmatt in Baden aus.
Dieser junge Mann aus Siggenthal Station hat sich auf dem Hausplatz seine eigene Schneebar gebaut. Na dann, Prost!
Die Strecke Bremgarten-Wohlen war den ganzen Tag gesperrt.

Verschneiter Bahnhof Aarau, hier beim Bus-Terminal.

Nadja Rohner

Mehrere Verkehrsachsen im Bezirk blieben stundenlang gesperrt. «Die letzten 24 Stunden waren sehr herausfordernd für alle Einsatzkräfte», sagt René Lippuner. «Im Minutentakt mussten Strassen gesperrt und freigeräumt, Bäume zerkleinert und weggeräumt, Verkehrsteilnehmer befreit und Wohnhäuser zugänglich gemacht werden, und dies unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen.»

Polizei aufs Übelste beschimpft

Ähnlich erlebte den Tag Michael Deppeler, der Kommandant der Feuerwehr Surbtal. Er und sein Team mussten zwischen Donnerstagabend und Freitagfrüh insgesamt fünfzehn Mal ausrücken. Man habe sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen», so Deppeler. Im Unterschied zu zahlreichen Verkehrsteilnehmern. «Was wir gestern Morgen von diversen Mitarbeitenden hören mussten, macht mich betroffen», sagt René Lippuner.

Auf ihrer Facebook-Seite findet die Repol deutliche Worte. «In welch einer Zeit leben wir, wenn Menschen, welche ihre eigene Sicherheit und Freizeit deutlich hinter die Sicherheit und Mobilität der Gemeinschaft stellen.» Und man durch Verkehrsteilnehmende für ihren Einsatz immer wieder aufs Übelste beschimpft werde. «Wir sperren die Strassen nicht zum Spass, sondern geben unser Bestes, um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten.» Abgesehen davon habe man die Schnellfälle kommen sehen, so Lippuner.

Hochwassergefahr wegen angeschwemmten Holzes

Im Verlaufe des Tages beruhigte sich die Lage allmählich auf den Strassen. Für eine generelle Entwarnung sei noch zu früh, sagt Feuerwehrkommandant Michael Deppeler. Die Gemeinden reagierten ebenfalls auf die angespannte Lage. In Bad Zurzach beispielsweise wurden vorübergehend der Friedhof und der Kurpark aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil herabfallende Äste Passanten treffen könnten.

Davor warnt auch Peter Haas eindringlich. Der Staatsförster aus Leuggern rät von Spaziergängen in den Wald ab. Wer das versuche, könne genausogut im Zoo ins Löwengehege steigen. Das gilt auch für seine Leute. Momentan seien Arbeiten im Wald viel zu gefährlich. Die Forstarbeiter im unteren Aaretal wurden gestern ohnehin an einem anderen Brennpunkt benötigt: Durch das angeschwemmte Holz bestand beim Kraftwerk in Klingnau Hochwassergefahr, die laut Haas aber gebannt werden konnte.