Bad Zurzach
Umfahrung Zurzach: Kanton hat nachgebessert

Bei der Ostumfahrung sollen 380 Meter überdacht werden. Dieser Vorschlag kommt bei der Bevölkerung unterschiedlich gut an.

Angelo Zambelli
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Wie bei der letzten Präsentation der Pläne für die Ostumfahrung des historischen Fleckens Bad Zurzach im September 2010 begab sich auch diesmal der Departementsvorsteher Peter C. Beyeler höchstpersönlich in die Höhle des Löwen, um die überarbeiteten Pläne vorzustellen. Die massiven Nachbesserungen lösten mehrheitlich Zufriedenheit aus. Vereinzelt waren aber auch kritische bis sehr kritische Stimmen zu hören.

Neu 380 Meter überdacht

Die optimierte Variante weist einige Neuerungen auf: Die Überdeckung ist von 182 auf 380 Meter erweitert worden. Diese Massnahme bewirkt, dass der Grossteil der Liegenschaften an der Neubergstrasse und am Schützenweg geringeren Lärmimmissionen ausgesetzt ist. Die Verschiebung des Tunnelportals aus dem Siedlungsgebiet heraus hat eine bessere Einbettung des Projekts in die Landschaft zur Folge. Ein weiteres Merkmal ist die intensivere Begrünung im Vergleich zum Vorgängerprojekt. Die Überdeckung werde so weit begrünt, dass man im Winter sogar mit Schlitten darauf fahren könne, witzelte Baudirektor Peter C. Beyeler. «Vorausgesetzt, es schneit dann auch.»

Weitere Neuerungen sind die Sicherung der Wander- und Velokorridore am Siedlungsrand sowie eine Überführung des Langsamverkehrs auf der Neubergstrasse über die Umfahrungsstrasse.

Die optimierte Variante der Umfahrung Bad Zurzach offenbart die Strategie des Kantons, nicht das Maximum zu planen und zu realisieren – im Falle der Umfahrung von Bad Zurzach wäre dies ein Tunnel auf der ganzen Strecke –, sondern das Verantwortbare und das Finanzierbare. Betroffenheit in einer dichten Besiedlung vollständig zu vermeiden sei nicht möglich, sagte Beyeler. Dennoch lägen die Vorteile des Bauwerks auf der Hand: Die Ostumfahrung entlaste den historischen Ortskern von Bad Zurzach beträchtlich: Heute passieren täglich rund 8000 Fahrzeuge den Ort, nach dem Bau der Umfahrung werden es nur noch 2300 Fahrzeuge sein. Danach lohne es sich wieder, in die historischen Häuser zu investieren, sagte Beyeler. Von der Umfahrung werde der Flecken auch als Kurort profitieren.

Richtplaneintrag und Kosten

Aktuell ist die Ostumfahrung von Bad Zurzach im kantonalen Richtplan als Zwischenergebnis aufgeführt. Die Festsetzung durch den Grossen Rat könnte voraussichtlich mit der Gesamtrevision des Richtplans im August 2011 vorgenommen werden.

Mit der Weiterentwicklung der Umfahrung haben sich die Kosten um 2 Millionen auf 50 Millionen Franken erhöht. Stimmen die Zurzacherinnen und Zurzacher entweder im Dezember 2011 oder im Januar 2012 an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung dem Gemeindeanteil an die Umfahrungsstrasse und den Aufwertungsmassnahmen im Flecken zu, könnte der Grosse Rat bereits im Laufe des nächsten Jahres über die Fleckenumfahrung Bad Zurzach befinden.

Überarbeitetes Modell ausgestellt

Das neue Modell und die überarbeiteten Pläne für die Ostumfahrung Bad Zurzach können heute Freitag im Rathaus besichtigt werden.

Weitere Informationen sind ab Mitte Mai unter www.fleckenentdecken.ch abrufbar.