Fisibach
Überfliegerin will in «Eusi Landchuchi» brillieren – mit einem Rehrücken

Die ehemalige Jumbolino-Pilotin Karin Haywood serviert in der Fernsehsendung einen Bachser Rehrücken.

Andreas Fretz
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K. Haywood

K. Haywood

Marion Nitsch

Der Kontrast könnte kaum grösser sein: Karin Haywood ist einerseits eine weit gereiste Berufspilotin, andererseits Bewohnerin eines idyllischen und ruhigen Fleckens ob Fisibach. Im abgelegenen Weiler Waldhusen hat sie es sich mit ihrem Mann, dem Innenarchitekten Matthias Haab, gemütlich gemacht.

Vor sieben Jahren hat das Paar ein über 100-jähriges Bauernhaus mit 8000 m2 Land bezogen und seitdem mit viel Liebe zum Detail renoviert und umgebaut. Es ist eine Kulisse wie aus dem Hochglanzkatalog. Dieses Juwel werden die Fernsehzuschauer am Freitagabend (20.05 Uhr, SRF 1) in der Kochsendung «Eusi Landchuchi» vorgesetzt bekommen. Karin Haywood ist die Gastgeberin der siebten und letzten Folge der laufenden Staffel.

Über 30 Jahre hat die ehemalige Stadtzürcherin als Linienpilotin gearbeitet. Sie war die dritte Frau in Diensten der Crossair und flog dann für die Swiss. Als Pilotin wurde die 60-Jährige kürzlich pensioniert – genau wie «ihr» Flieger, der Jumbolino, der diese Woche aus dem Verkehr gezogen wurde.

Zufällig zur Teilnahme

Nun will die einstige Überfliegerin in «Eusi Landchuchi» brillieren. Deutschschweizer Hobbyköchinnen und -köche mit ländlichem Hintergrund treffen dabei auf Westschweizer Cuisiniers und Tessiner Cuochi. Es entsteht während sieben Folgen ein kulinarischer Austausch über die Sprachgrenzen hinweg. «Zur Teilnahme bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde», sagt Haywood mit einem Lachen. Sie wurde direkt von einer Redaktorin der Sendung angefragt. «Natürlich freut es mich, unser Anwesen zu präsentieren», sagt Haywood, «wir laden oft und gerne Gäste zum Essen ein.»

Aber auch der Blick hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion hatte ihren Reiz. Eine Woche (22.–27. Mai) wurde sie von der Filmcrew begleitet. Verschiedene Einspieler zur Person, zum Haus und zum Ort wurden gedreht. Und schliesslich der Tag, an dem Haywood ihre sechs Mitstreiter bekochte. Was sie am meisten überrascht hat: «Bis zu 50 Stunden Filmmaterial wurden gedreht – für eine Sendung, die 47 Minuten dauert.»

Serviert hat Haywood zur Vorspeise regionalen Spargel, zum Hauptgang einen Bachser Rehrücken und zum Dessert eine Apfeltarte mit Vanilleglace. Gespeist wurde im ehemaligen Kuhstall des Bauernhofs. Dort steht heute ein massiver Holztisch. Und wie zufrieden ist Haywood mit ihrer Leistung? «Verbessern kann man sich immer», sagt sie, «mit der Fernseh-Crew im Rücken und dem Zeitdruck waren es erschwerte Bedingungen.» Welche Punktzahl die Teilnehmer ihr geben, erfährt Haywood am Ende der Sendung. Ob es zum Sieg reicht? «Das ist nicht so wichtig», sagt sie, «es ist das Erlebnis, das zählt. Ich habe interessante Leute kennen gelernt, wir waren eine gute Gruppe.»

Die Sendung morgen Abend wird sie zu Hause im Beisein von rund 15 eingeladenen Gästen auf einer Grossleinwand verfolgen. Die Rolle der Gastgeberin liegt Haywood offensichtlich und bereitet ihr grossen Spass. Im Juni 2018 will sie auf ihrem Hof ein Bed and Breakfast eröffnen. Bereits heute kann das Erdgeschoss des Bauernhauses für kleinere Events gemietet werden. Noch während ihrer Tätigkeit als Pilotin hat sie eine Ausbildung als Immobilienfachfrau abgeschlossen. Seit zehn Jahren hat sie eine eigene Firma.