Zurzach
«Tourismuspotenzial des Hochrheins wird unterschätzt»

Das «Projekt Hochrhein» zeigt Möglichkeiten zur Wertschöpfung in der Flussregion auf. Im Rahmen des Projekts sollen zwar keine Tourismusdestinationen entstehen, aber das bereits Vorhandene soll besser vernetzt werden.

CéLINE ARNOLD
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Der Rhein bietet unzählige Möglichkeiten für den Tourismus. AZ-ARCHIV/Nem

Der Rhein bietet unzählige Möglichkeiten für den Tourismus. AZ-ARCHIV/Nem

Über 150 Kilometer zieht sich der Hochrhein vom Bodensee westwärts bis nach Basel. Die angrenzende Region gehört zu den attraktivsten und vielfältigsten Erlebnisräumen und Naherholungsgebiete der Schweiz. Mit zahlreichen Angeboten wie Flusswandern, Angeln oder Kanufahren ermöglichen die Tourismusorganisationen den Gästen eine individuelle Freizeitgestaltung.

Allerdings existiert aufgrund der Grenzlage des Hochrheins bisher kein eigenes Informationsportal für die gesamte Region beidseitig des Flusses. Im Rahmen von «Projekt Hochrhein», das im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde, sollen nun die Informationen gebündelt werden.

«Bisher zu wenig Kooperation»

Am grenzüberschreitenden Vorhaben sind drei Landkreise auf deutscher Seite sowie sieben Schweizer Kantone und Tourismus-Vereine beteiligt. «Bisher kooperieren die Gemeinden am Grenzfluss zu wenig», sagt Klaus Nieke, Projektkoordinator Erlebnisraum Hochrhein. «Oft unterschätzen sie das eigene Tourismus-Potenzial.» Nur mit einer Land- und Gemeindegrenzen überschreitenden Kommunikation könne ein Erfolg erzielt werden, sagt Nieke.

Dank der Teilnahme des Kantons Aargau sowie des Vereins Tourismus Aargau soll auch Bad Zurzach als flussangrenzende Gemeinde in Zukunft von den Projektergebnissen profitieren können.

Intensivere Vernetzung erreichen

Um den Informationszugang für Besucher zu erleichtern und die erhoffte Attraktivitätssteigerung zu erreichen, sollen bis 2012 sämtliche touristischen Angebote in der Flussregion erfasst, zusammengetragen und vernetzt werden. «Im Rahmen des Projekts entstehen keine neuen Tourismusdestinationen; vielmehr soll das bereits Vorhandene durch die intensivere Vernetzung und Zusammenarbeit aufgewertet werden», so Nieke.

Auf Potenzial aufmerksam machen

Im Rahmen des Projekts sollen den Tourismusinstitutionen und Gemeinden Möglichkeiten zur Wertausschöpfung aufgezeigt sowie die Bevölkerung für den Wassertourismus sensibilisiert werden. «Wir betreiben Strukturförderung und geben den Gemeinden das Rüstzeug, um eigene Projekte zu realisieren», sagt Projektleiter Nieke. Denn wenn das Förderprojekt nächstes Jahr zu Ende geht, liegt es an den Gemeinden und Landkreisen, die Ergebnisse für eine Verbesserung der vorhandenen Tourismusangebote zu nutzen.

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