Gippingen-Prozess
Tödlicher Unfall: Gericht spricht Velofahrer der fahrlässigen Tötung schuldig

Das Bezirksgericht Zurzach hat den angeklagten Velofahrer zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. Auf diesen kommen nun Kosten von über 450'000 Franken zu.

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Die Unfallstelle in Böttstein mit der Blumenschale des OKs der Radsporttage Gippingen. Rechts: Das tödlich verunglückte Opfer.

Die Unfallstelle in Böttstein mit der Blumenschale des OKs der Radsporttage Gippingen. Rechts: Das tödlich verunglückte Opfer.

Tele M1

Ein 52-jähriger Zürcher Hobby-Velorennfahrer ist vom Bezirksgericht Zurzach wegen fahrlässiger Tötung und mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung zu einer einjährigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Der Verurteilte muss eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Das Gericht ist damit vollumfänglich den Anträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt.

Dazu kommen rund 414'000 Franken, die er in Form von Schadenersatz, Genugtuung, Versorgerschaden und Entschädigungen an die Hinterbliebenen des Opfers und an die Geschädigten entrichten muss. Darin eingerechnet sind 5 Prozent Zins ab 15. Juni 2014, dem Tag des verhängnisvollen Unfalls. Für den Verurteilten fallen auch Verfahrenskosten (inklusive Honorar für amtlichen Verteidiger) in Höhe von 75'000 Franken an.

Verhängnisvolles Überholmanöver

Der tödliche Unfall, um den es beim Prozess ging, hatte sich Mitte Juni 2014 bei einem Amateurrennen im Rahmen der Radsporttage Gippingen in Böttstein AG ereignet.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Velorennfahrer in der Anklage vor, in einer Abfahrt kurz vor Böttstein bei einem Überholmanöver den Spitzenfahrer des Rennens touchiert zu haben. Dieser stürzte dabei. Auch seine hinter ihm fahrenden zwei Konkurrenten kamen zu Fall. Einer von ihnen, ein 36-jähriger Zürcher, erlag noch am selben Abend seinen schweren Verletzungen im Spital.

Beim Überholmanöver hatte der Beschuldigte laut einer Zeugenaussage zum Spitzenfahrer einen seitlichen Abstand von maximal 30 Zentimeter. Er fuhr rund 70 km/h schnell. Er könne sich an eine leichte Berührung mit einem Konkurrenten erinnern, hatte der Angeklagte bei der Verhandlung vor einer Woche gesagt.

Keine Absicht ersichtlich

Den von der Privatklägerschaft vorgebrachten Tatbestand der eventualvorsätzlichen Tötung hat das Gericht verneint. Es sei kein Motiv für ein absichtliches Zufallbringen ersichtlich gewesen.

Der Angeklagte war jahrelang Profi-Rennfahrer gewesen. Er hatte zwei Mal an der Tour de Suisse teilgenommen. Seit dem Unfall vor zwei Jahren fährt er laut eigenen Angaben mit dem Velo nur noch zur Arbeit.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig und kann ans Obergericht weitergezogen werden. Der Verteidiger des Verurteilten will erst nach Erhalt des begründeten Urteils über einen allfälligen Weiterzug entscheiden. (sda/pz)

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Am Start 1983 in der ersten Reihe.Von links: Urs Freuler,Daniel Gisiger, Beat Breu und Serge Demierre.
1985: Urs Freuler gewinnt den Sprint vor Erich Mächler (Startnummer 8) und Giuseppe Martinelli (44).
Auf dem Podest von 1986 stehen von links Peter Stevenhagen (2.), Frank Hoste (1.) und Gilbert Glaus (3.).
Zwei Schweizer auf dem Podest im Jahre 1989. Von links: Urs Freuler (2.), Paolo Rosola (1.) und Stefan Joho (3.).
Ihm gelingt, was kein anderer Profi inGippingen schafft. Pascal Richard wiederholt1995 seinen Vorjahressieg.
Rad-Star Toni Rominger im Blickpunkt des Interesses.Neben ihm LeoErne und Hanspeter Rennhard.
1998: Weltmeister Oscar Camenzind (mit OK-Präsident Matthias Rennhard) gibt sich die Ehre.
Trotz italienischem Sieg, die Schweizerkönnen sich gratulieren.Von links:Markus Zberg (2.),Matteo Tosatto (1.)und Martin Elmiger(3.).
2011: Michael Albasini setzt sich gegen Giovanni Visconti (rechts) und StefanSchumacher (links) durch.
Alle wollen 2012 Fabian Cancellara sehen und fotografieren. Der Schweizer Rad-Star bei der Unterschriftenkontrolle vor dem Start in Gippingen, wo er 1997 bereits das Anfängerrennen gewonnen hat.
2015: Lange sah es gut aus, doch am Ende reichte es nicht: Ein enttäuschter Silvan Dillier braucht nach der Zieleinfahrt am GP in Gippingen einen Moment für sich.

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