Mellikon
Todesfalle Futter-Silo: Deshalb ist die Arbeit darin so gefährlich

Am Montag sind sind ein Bauer und sein Mitarbeiter in Mellikon ums Leben gekommen. Sie sind vermutlich im Silo des Landwirtschaftsbetriebes erstickt. Ein Bauer erklärt, wie heikel die Arbeit in einem Silo sein kann.

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Auf diesem Hof in Mellikon ist es am Montag zum Unglück gekommen.

Auf diesem Hof in Mellikon ist es am Montag zum Unglück gekommen.

Peter Rippstein

Ein 72-jähriger Landwirt und sein 19-jähriger Mitarbeiter sind am Montag auf einem Melliker Hof im Silo erstickt. Sie haben kurz vorher frisches Gras in den Silo geladen. In der Hitze bilden sich schnell CO2 und andere Gärgase.

Gegenüber dem Regionalsender «TeleM1» erklärt der Kölliker Manfred Müller, wieso man beim Arbeiten in einem Futter-Silo vorsichtig sein muss. Er ist selbst Bauer und arbeitet bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Ein solcher Unfall nehme einen natürlich sehr mit, sagt Müller. «Es stehen immer Familien dahinter. Das ist ein ganz schwieriger Moment.»

Wichtig: den Silo gut lüften

Wenn Futter in einen Silo geladen werde, enstehe ein Gas-See. «Wenn man sich bückt, einatmet und eine Arbeit erledigt und den Kopf in diesem See hat, kann das schon reichen», sagt Müller. «Es kann sehr schnell gehen.» Deshalb sei es sehr wichtig, den Silo gut zu lüften, bevor man ihn betritt.

Solche Arbeitsunfälle seien zwar eher selten. Dennoch müsse man auch mit grosser Erfahrung immer gut aufpassen. «Die Vorgehensweise sei das eine», sagt Müller. «Das andere ist, dass eine Hilfsperson in der Nähe ist, die in einem Notfall alarmieren kann.»

Die Gas-Seen sind geruchslos

Bei Arbeitsunfällen in Silos handelt es um sogenannte Gärgasunfälle. Gärgase sind Luftmischungen, die bei Gärprozessen entstehen. Sie enthalten einen höheren Kohlenstoffdioxidanteil als normale Luft und sind schwerer als diese. Deshalb sinken sie an den Boden des Silos und bilden dort einen sogenannten Gärgas-See. Weil sie geruchlos sind, werden sie von Arbeitern oft nicht wahrgenommen.

Gärgas-Unfallopfer werden im schlimmsten Fall fast ohne Vorwarnung bewusstlos und fallen zu Boden, womit sie mit ihren Atemwegen erst recht in den Gärgas-See gelangen. Je nach Kohlendioxid-Konzentration in der Atemluft tritt der Tod sehr schnell ein. Ist die Konzentration eher tief, treten erst einige Stunden nach dem Arbeiten im Silo Symptome auf. Diese sind in der Regel erhöhte Atemfrequenz, Benommenheit und Herzklopfen.

Sehen Sie den ganzen Beitrag von «TeleM1»

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