Fitnesscenter
Thermalbad Zurzach rettet Zürcher Tochter mit einem 1-Million-Darlehen

Die Thermalbad Zurzach AG präsentierte an der GV erfreuliche Zahlen. Weniger gut steht es um eine Zürcher Tochtergesellschaft, die Airport Fitness und Wellness AG. Sie betreibt ein Fitnesscenter im Flughafen Kloten.

Peter Brühwiler
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Das Thermalbad Zurzach schreibt gute Zahlen, eine Zürchter Tochter dagegen ist überschuldet.

Das Thermalbad Zurzach schreibt gute Zahlen, eine Zürchter Tochter dagegen ist überschuldet.

ZVG

30 Einzelkabinen, Sanitäranlagen, Massageräume oder ein neuer Bereich für den Gesundheitscoach: Im Thermalbad Zurzach wurde letztes Jahr fleissig saniert und gebaut. Trotz all dieser Bauarbeiten hätten sich die Besucherzahlen aber sehr positiv entwickelt, teilte Markus Leimbacher an der Generalversammlung vom Mittwoch mit.

Über eine andere Baustelle hätte der Verwaltungsratspräsident der Thermalbad Zurzach AG wohl gerne etwas weniger ausführlich gesprochen. Sie heisst Airport Fitness und Wellness AG (AFW) und ist zu 65 Prozent im Besitz der Thermalbad Zurzach AG. Letztere hat gegenüber der AFW zudem offene Forderungen von rund 2,5 Millionen Franken und bürgt für einen Bankkredit zugunsten der AFW über 500 000 Franken und für die Mietverpflichtungen gegenüber der Flughafen Zürich AG, die gegenwärtig bis Ende der Laufzeit Mitte 2019 noch rund 1,5 Millionen Franken betragen.

Ziemlich viel Geld also, von dem zumindest ein Teil verloren sein dürfte — das befürchtet zumindest der Thermalbad-Aktionär Guido Müller, der 40 Jahre lang an der Handelsschule KV in Aarau tätig war. «Die AFW ist überschuldet und hat null Wert», teilte er seinen Mit-Aktionären mit. Tatsächlich ist die Bilanz der Tochtergesellschaft tiefrot: Den Aktiven von gut 3,4 Millionen Franken steht auf der Passivseite ein Fremdkapital von über 4,2 Millionen gegenüber. Konsequenz: Das Eigenkapital beträgt minus 800 000 Franken. «Das ist eine Überschuldung, die im Grunde genommen die Deponierung der Bilanz zur Folge hätte», so Müller.

Verhindern konnte die Thermalbad Zurzach AG die Bilanzdeponierung, in dem sie für ein Darlehen über 1,05 Millionen Franken eine sogenannte Rangrücktrittserklärung abgab. Im Fall einer Liquidation der AFW würde das Darlehen somit erst nach der Befriedigung der Ansprüche aller anderer Gläubiger bedient. Dass die AFW mit diesem Schritt gerettet wurde, kritisiert Müller nicht. Bis zum Ablauf der Laufzeit des Mietvertrags mache es durchaus Sinn, das Fitnesscenter weiter zu betreiben. Eine krasse Fehlleistung sei hingegen, dass «die wertlose Beteiligung immer noch zum Nominalwert von 325 000 Franken bilanziert wird».

Zum zweiten Mal mit Gewinn

Abschreiben oder nicht? «Wir haben das mit der Revisionsgesellschaft besprochen und uns dagegen entschieden», sagt VR-Präsident Leimbacher. Die Beteiligung abzuschreiben wäre ein «schlechtes Zeichen nach aussen», gibt er zu bedenken — denn aufgegeben habe man die vor fünf Jahren gegründete AFW keinesfalls. Die Firma schreibe jetzt zum zweiten Mal hintereinander Gewinn und habe 2014 dank des guten Cashflows Darlehen in der Höhe von 169 000 Franken zurückbezahlt. «Sämtliche Amortisationen wurden gemäss Darlehensvertrag geleistet», fügt er an.

«Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.» Mit diesem Zitat beendete Thermalbad-Geschäftsführer Dominik Keller sein GV-Referat. Ob er dabei an die AFW dachte? Natürlich kann auch diese wirtschaftlich ein gutes Ende finden. Dafür müssten die Gewinne in den nächsten Jahren jedoch deutlich stärker sprudeln als heute.

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