Tegerfelden
Weinbaumuseum soll zum «Weinhaus Aargau» werden – doch jetzt muss der Vorstand über die Bücher

Die Generalversammlung des Vereins Aargauisch Kantonales Weinbaumuseum weist die geplante Namensänderung zurück.

Louis Probst
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Das Aargauisch Kantonale Weinbaumuseum in Tegerfelden will sich mit neuem Logo und neuem Namen neu positionieren. (2. September 2021)

Das Aargauisch Kantonale Weinbaumuseum in Tegerfelden will sich mit neuem Logo und neuem Namen neu positionieren. (2. September 2021)

Valentin Hehli

Seit der Eröffnung im Jahr 1985 hat sich das Aargauisch Kantonale Weinbaumuseum im Gebäude der historischen Wiss-Trotte in Tegerfelden stetig weiterentwickelt. So konnte beispielsweise in den letzten Jahren der grosse Fundus des Museums zum Rebbau um den Bereich Küferei erweitert werden. Seit einiger Zeit werden auch Lokalitäten für Events angeboten, so ein Kulturraum mit 120 Plätzen. Geplant ist zudem die Angliederung einer Vinothek.

Das alles ändert nichts daran, dass die Präsentation des Ausstellungsgutes etwas in die Jahre gekommen ist. Das, aber auch der Auftritt des Museums, soll nach Ansicht des Vorstandes angepasst werden. Diese beiden Themen – Auftritt des Museums und neues Ausstellungskonzept – standen im Mittelpunkt der Generalversammlung, an der 52 der rund 700 Mitglieder des Trägervereins teilgenommen haben.

Vorbehalte zum Rebranding

Für die beabsichtigte Positionierung des Museums über die Grenzen des Aargaus hinaus braucht es nach Ansicht des Vorstandes einen neuen Namen, der die «sperrige und im Hinblick auf die Weiterentwicklung beschränkende Bezeichnung Aargauisch Kantonales Weinbaumuseum Tegerfelden» ersetzt. Aus einem Rebrandingsprozess war schliesslich die Bezeichnung «Weinhaus Aargau» mit dem Claim «Voller Genuss» hervorgegangen.

Der neue Auftritt des Museums schien allerdings an der Generalversammlung nicht restlos zu überzeugen. Nach einer Diskussion wurde jedenfalls einem Rückweisungsantrag stattgegeben. Der Vorstand wird jetzt nochmals über die Bücher gehen. Voraussichtlich an der Generalversammlung im Frühjahr 2022 dürfte das Thema «Neuer Auftritt» wieder aufs Tapet kommen.

Mehr Bezug zur Gegenwart

An der Generalversammlung wurde auch das neue Ausstellungskonzept für das Museum vorgestellt. Der Vorschlag des Büros imRaum (Baden), das auf die Realisierung von Ausstellungen in den Bereichen Gesellschaft, Kultur und Geschichte spezialisiert ist, sieht vor, das Museum ziemlich umzukrempeln.

Das jedenfalls zeigen Visualisierungen. Aufgrund einer Analyse soll das Museum «weiterhin auf das starke Element der personalen Vermittlung» setzen und sich primär auf Gruppenbesuche ausrichten. Grundsätzlich soll vermehrt der Bezug zur Gegenwart dargestellt werden.

Ein wichtiges Element des Konzeptes ist die neue Besucherführung. Die Führung soll künftig im Dachgeschoss beginnen, wo auch der Empfang und die geplante Vinothek vorgesehen sind. Das Obergeschoss ist den Themen Weinjahr und Rebschule gewidmet, wobei die jahreszeitlichen Arbeiten im Rebberg in einem Panorama dargestellt werden.

Im Erdgeschoss geht es mit den Themen Maischen, Pressen und Gären um die Weinherstellung. In diesem Geschoss soll auch das Thema Destillerie seinen Platz erhalten. Im Keller schliesslich werden die Themen Weinausbau und Abfüllung dargestellt.

Die Gesamtkosten für die Neugestaltung der Ausstellung werden auf 860'000 Franken veranschlagt. Was die Finanzierung betrifft, rechnet das Konzept unter anderem mit Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds, der öffentlichen Hand, aber auch von Stiftungen.

Teilelemente, wie etwa die Vinothek, könnten durch ein Crowdfunding finanziert werden. Dem Trägerverein des Museums stehen aber auch beachtliche Eigenmittel zur Verfügung. Immerhin weist er ein Eigenkapital von gut einer Million Franken aus.

Das Konzept geht von einem Zeitbedarf für die weitere Planung der Neugestaltung der Ausstellung von einem Jahr aus. Während der Umsetzung müsste das Museum für die Dauer von rund einem halben Jahr geschlossen bleiben.

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