15-Minuten-Krimi
«Tatort Wislikofen» – der (echte) Ammann ermittelt

Im Dorfkrimi Marke Eigenbau jagt der Wislikofer Gemeindeammann Heiri Rohner einen Mörder. Nach nur 15 spannenden wie amüsanten Minuten ist der Fall klar.

Stefanie Garcia Lainez
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Das Polizeiauto rast mit heulender Sirene durch Wislikofen. Die Zeit drängt: Denn im Seminarhotel Propstei liegt ein Toter. Erschlagen mit einem stumpfen Gegenstand. So beginnt der Film «Tatort Wislikofen: Mord in der Propstei». Mit dabei ist auch Gemeindeammann Heiri Rohner, der den Mordfall mit übernatürlicher Hilfe lösen kann.

Hinter dem 15-minütigen Film steht Fritz Pinnekamp aus dem Wislikofer Ortsteil Mellstorf. Er schrieb das Drehbuch, führte Regie und schnitt den Streifen. «Film ist mein Hobby», sagt Pinnekamp.

Drehbuchautor und Hobbyfilmer Fritz Pinnekamp.

Drehbuchautor und Hobbyfilmer Fritz Pinnekamp.

Stefanie Garcia Lainez

So drehte er schon Dokumentarfilme oder Sketche für Familie und Freunde. Und auch für die ABB, wo er über drei Jahrzehnte als Physiker arbeitete, realisierte er mehrere Beiträge. «Wislikofen ist mit all den Vereinen, Grilllabenden und Waldumgängen eine sehr aktive Gemeinde.

Mit dem Krimi wollte ich etwas dazu beitragen», sagt der umtriebige 67-Jährige, der auch mehrere Bücher schrieb. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Mellstorfer Weinclubs «In Vino Veritas» setzte er seine Idee Anfang November um.

Laien und Kantonspolizisten

Die Darsteller stammen fast alle aus Wislikofen. Da wäre beispielsweise der Direktor des Wislikofer Museums, Nikolaus Laube, der den Inspektor mit Pfeife und Ledermantel mimt. Zusammen mit Gemeindeammann Heiri Rohner geht er auf Verbrecherjagd. Oder Claudia Mennen, die Leiterin der Propstei, die sich im Film selbst spielt.

Professionelle Unterstützung erhielt die Filmcrew von einer Gerichtsmedizinerin und einem Kantonspolizisten, die ebenfalls im Krimi auftreten. Sechs Stunden dauerte der Dreh.

Spass und Nebengeräusche

«Die Arbeiten waren für alle ein riesen Spass», sagt Pinnekamp. «Und obwohl wir Laienschauspieler sind, nahmen wir fast alle Szenen nur ein einziges Mal auf.»

Nur mit der Akustik gab es Probleme: Bei den Aufnahmen gab es zu viele Nebengeräusche, beispielsweise durch Lastwagen, die neben dem Drehort auf der Hauptstrasse vorbeirauschten. Deshalb mussten einige Szenen nachträglich nachgesprochen und synchronisiert werden. Rund 20 Stunden brauchte Pinnekamp für den Schnitt.

Filmmusik aus Schweden

Die Musik lieferte ein Freund aus Schweden, ein Komponist für Filmmusik. Kameras und Scheinwerfer hatte Hobbyfilmer Pinnekamp bereits. «Deshalb kostete der Film nichts – abgesehen von ein Paar Flaschen Wein an den Vorbereitungsabenden», sagt Pinnekamp lachend.

Premiere feierte «Tatort Wislikofen» an der Wintergmeind. «Alle waren begeistert, klatschten und lachten», sagt Pinnekamp. Mindestens zwei weitere Folgen sind geplant, die jeweils an den Gemeindeversammlungen gezeigt und anschliessend auf Youtube gestellt werden.

Die Drehbücher hat der Mellstorfer bereits geschrieben. Und auch die Schauspieler hat Pinnekamp schon rekrutiert – an einem Blitzcasting am Apéro direkt nach der Gmeind.

Neben dem Gemeindeammann werden auch die anderen Gemeinderatsmitglieder auftreten. Im Frühling geht der Dreh los. «Grausige Metzgete» soll der zweite Teil heissen. Mehr will Pinnekamp aber noch nicht verraten.

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