Lengnau
Talentierte junge Künstler begeistern

Das Kammerorchester 65 aus Wettingen konzertiert in der Kirche Lengnau. Mehrere junge Musiker sorgten beim Publikum für Begeisterung.

Alfred Lins
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«Podium der Jugend» lautete der Untertitel des Konzerts des Kammerorchesters 65 aus Wettingen am Sonntagabend in der katholischen Pfarrkirche in Lengnau. In der Tat standen mehrere talentierte junge Künstler, allesamt gefördert vom kantonalen Spitzenförderungsprogramm, auf der Bühne und stellten ihr bereits meisterliches Können unter Beweis.

Das Programm bestand aus einer von Dirigent Alexandre Clerc geschickt zusammengestellten Mischung aus klassischer Kammermusik und aus modernen Kompositionen. Den Auftakt bildete die Tonschöpfung «Andante festivo» des Finnen Jean Sibelius. Ursprünglich im Jahre 1922 als Streichquartett entstanden, erfolgte sechs Jahre später anlässlich einer Hochzeit die Umarbeitung für Streichorchester. Eindrucksvoll verstanden es die Musikerinnen und Musiker, die festliche Grundintension des Werks zum Ausdruck zu bringen.

Junge Künstler

Ein erster Höhepunkt des Konzertabends stellte der Auftritt des Eufonium-Solisten Jérome Müller in Antonio Vivaldis «Konzert in e-Moll» dar. Als Solo-Instrument ist das Eufonium, das von Saxofon-Erfinder Alfonse Sax in die Musikwelt eingeführt wurde und dessen warme Tongebung an jene des Waldhorns erinnert, eher selten zu hören. Dank dem virtuosen Spiel von Jérome Müller dürfte es zumindest den Konzertbesuchern in Lengnau nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Ihre prächtige Sopranstimme präsentierte Désirée Pauli in der Arie «Conservati fedele» von Wolfgang Amadeus Mozart, der dieses Stück im zarten Alter von neun Jahren auf der Rückreise von London in Den Haag niederschrieb. Ein Hauch von Wes-tern-Atmosphäre durchwehte den Konzertraum in Aaron Coplands «Hoe down» aus dem im Jahre 1942 entstandenen Ballett «Rodeo». Seiner Aufgabe als Schlagzeug-Solist entledigte sich Lukas Blattner mit Bravour.

Starker Beifall

Zu Recht starken Beifall gab es für die beiden Saxofon-Solistinnen Janine Umiker («Wave» und «Chega de Saudade» des brasilianischen Sängers, Gitarristen und Komponisten Antonio Carlos Jobim) und Silvia Trebo («Divertimento für Saxofon und Streicher» des zeitgenössischen Tonschöpfers Roger Boutry). Bravourös meisterten sie auch anspruchsvollste Passagen.

Einen weiteren Beweis für ihr Musizieren auf hohem Niveau erbrachte das Orchester mit der Präsentation des Werks «Sechs rumänische Tänze». Komponist Bela Bartok galt als Sammler von Volksliedern und Volkstänzen. Reisen durch Osteuropa brachten ihm einen reichen Schatz davon ein. 1908 weilte er in Siebenbürgen, und auf diesen Aufenthalt gehen die «Rumänischen Tänze» zurück. Sie kamen in einer fein abgestimmten Interpretation zu Gehör. Mit Standing Ovations brachten die Zuhörer abschliessend ihren Dank für den empfangenen Konzertgenuss zum Ausdruck.

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