Leuggern/Wallis
Subunternehmer von Erne Metallbau: «Wir können die Löhne nicht mehr zahlen»

Durch den Konkurs des Traditionsunternehmens aus Leuggern verlieren Subunternehmer und Lieferanten viel Geld. Es geht um einen Millionenbetrag.

Philipp Zimmermann
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Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance im Kanton Wallis.

Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance im Kanton Wallis.

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Beim Konkurs der H. Erne Metallbau AG aus Leuggern haben die 70 Mitarbeiter die September-Löhne nicht ausgezahlt bekommen. Doch sie sind nicht die einzigen, die vergeblich auf Geld von der Traditionsfirma gewartet haben. Einige Lieferanten sitzen durch den Konkurs auf offenen Rechnungen.

Über 600'000 Franken ausstehend

Viel Geld verloren hat das Chablais Emploi aus Monthey im Wallis. «Wir haben ausstehende Forderungen von über 600'000 Franken», sagt Mitinhaber Roberto Magri. Chablais Emploi war Subunternehmer der H. Erne Metallbau AG bei der Baustelle am Walliser Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance. 25 Fachkräfte, spezialisierte Schweisser, haben dort gearbeitet.

Seit Juni hat die Firma aus Leuggern die Rechnungen nicht mehr beglichen. Chablais Emploi hat die Löhne der Mitarbeiter von Juni bis August ausgezahlt. «Momentan sind wir nicht mehr in der Lage, die Löhne vom September zu zahlen», sagt Magri. Für seine Firma ist die Situation dramatisch. Wie es weitergeht, könne er noch nicht sagen.

Laut Magri haben weitere Firmen aus dem Wallis offene Rechnungen, die von der H. Erne Metallbau AG nicht beglichen worden sind. Es handle sich um Subunternehmer und Lieferanten an der Walliser Grossbaustelle. Der Gesamtbetrag dürfte über einer Million Franken liegen.

«Das ist enorm für unser Unternehmen»

Auch auf einem beträchtlichen Betrag bleibt die Firma New Work Human Ressources aus Schindellegi SZ sitzen. Inhaber Stephan Minder beziffert den Betrag auf 135'000 Franken. «Es geht bei uns nicht ans Lebendige. Aber so viel Geld zu verlieren ist enorm für unser Unternehmen», sagt er. Ausstehend sind die Löhne von August bis Oktober für vier bis sechs Mitarbeiter, Schweisser und Sicherheitspersonal für die Baustelle von Nant de Drance.

Dazu haben die temporären Mitarbeiter auch einen Vertrag für Oktober, ohne dass sie bisher für eine neue Arbeit haben vermittelt werden können. Im letzten Jahr habe die H. Erne Metallbau AG Zahlungsschwierigkeiten gehabt. Nach Gesprächen hätten sich diese aufgelöst. «Seither trafen die Zahlungen pünktlich ein», sagt er. Ihn ärgert zudem, dass noch vorletzten Donnerstag, als die Inhaber Andreas und Melchior Lütschg den Konkursentscheid schon gefasst hatten, Personal für Montag für die Baustelle bei Nant de Drance bestellt worden sei.

H. Erne Metallbau AG ist Konkurs
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70 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Das Unternehmen war überschuldet.
Der Grundstein für den Konkurs ist bei einem Grossauftrag im Jahr 2011 gelegt worden.
Der Grossauftrag betraf das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance im Wallis, das 2018 in Betrieb gehen soll.
Für die Leuggermer Firma standen am Jahrhundertbauwerk vorübergehend über 60 Schweisser und Monteure im Einsatz. Laut den Besitzern habe man sich vor der Vertragsunterzeichnung total verkalkuliert.
Vom Konkurs sind auch einige Subunternehmer betroffen, die nun auf ausstehenden Rechnungen sitzen bleiben. Es geht um einen Betrag in Millionenhöhe.

H. Erne Metallbau AG ist Konkurs

Chris Iseli