Fisibach
Stürme vorüber: Jetzt ist der Forstvertrag unter Dach und Fach

In der Jagdhütte Heinrich Bucher ist der Gemeindevertrag über den Forstbetrieb Region Kaiserstuhl unterzeichnet worden. Partner sind die drei Ortsbürgergemeinden Kaiserstuhl, Fisibach und Rümikon sowie der Staat Aargau.

Louis Probst
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Marcel Baldinger, Alain Morier, Ruedi Weiss und Urs Habegger (von links) beim Unterzeichnen des Vertrags. Louis Probst

Marcel Baldinger, Alain Morier, Ruedi Weiss und Urs Habegger (von links) beim Unterzeichnen des Vertrags. Louis Probst

Louis Probst

«Der Forstbetrieb hat einige Stürme erlebt», sagte Caroline Weber, Präsidentin der Betriebskommission und Stadträtin von Kaiserstuhl. Vertreter der Vertragsparteien waren in der Jagdhütte Heinrich Bucher zusammengekommen, um ihre Unterschrift unter den Gemeindevertrag «Forstbetrieb Region Kaiserstuhl» zu setzen.

Mit dabei waren die Gemeindeammänner Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Marcel Baldinger (Fisibach), Urs Habegger (Rümikon) und Alain Morier (Leiter Abteilung Wald beim Kanton) sowie die Gemeindeschreiberinnen Sabrina Camelin (Kaiserstuhl), Anita Ekert (Fisibach), Karin Engel (Rümikon) sowie die Leiterin Staatswald Marion Girod. «Ich bin überzeugt, dass mit dem überarbeiteten Vertrag ruhigere Zeiten einkehren werden», betonte Weber. «Es wird sicher auch Gewitter und Donnerwetter geben. Aber das gehört dazu wie das Salz in der Suppe.»

Drei Gemeinden und der Staat

Partner des Vertrags, der vergangenen Herbst von den drei Ortsbürgergemeindeversammlungen abgesegnet worden ist, sind die Ortsbürgergemeinden Kaiserstuhl, Fisibach und Rümikon sowie der Staat Aargau. Sie überlassen dem Forstbetrieb insgesamt 303 Hektaren Wald zur Pflege und Nutzung.

Davon entfallen 153 Hektaren (50,5 Prozent) auf die Ortsbürgergemeinde Kaiserstuhl, 42 Hektaren (13,9 Prozent) auf die Ortsbürgergemeinde Fisibach, 63 Hektaren (20,8 Prozent) auf die Ortsbürgergemeinde Rümikon und 45 Hektaren (14,9 Prozent) auf den Staat Aargau. Für die Betriebskommission stellt jeder Partner zwei Vertreter.

Spezielle Lösung

Etwas speziell im Forstbetrieb Region Kaiserstuhl ist der Personalbereich: Das gemeinsame Forstpersonal besteht aus dem Betriebsleiter, den ständigen Forstwarten und Lehrlingen sowie temporären Aushilfen.

Gerhard Wenzinger – der seine Forstwartlehre im Forstrevier der Region Kaiserstuhl absolviert hat – ist als Nachfolger von Markus Ottiger seit dem 1. Januar 2013 über seine Firma Silva Forstliche Planungen GmbH mit einem 40-Prozent-Pensum als Betriebsleiter angestellt.

Durch diese Lösung konnte dem Wunsch der Ortsbürgergemeinden nach einem eigenen Forstbetrieb mit einer eigenen Equipe entsprochen werden.

Der Vertrag mit der Silva GmbH ist jedoch nicht die einzige «Besonderheit» des Forstbetriebes. Bei einem Gemeindebann von insgesamt bloss 32 Hektaren liegt naturgemäss der grösste Teil der Waldungen der Kaiserstuhler Ortsbürger ausserhalb der Gemeindegrenzen und sogar ausserhalb der Landesgrenzen. Rund 15 Hektaren befinden sich in Deutschland.

Dadurch würden bei der Pflege und Bewirtschaftung des Waldes keine Probleme entstehen, sagt Gerhard Wenzinger. Komplizierter werden könne es jedoch beim «Export» des Holzes in die Schweiz.

«Nächster Schritt wird jetzt die strategische Planung sein», stellt Betriebsleiter Wenzinger fest. «Wir wissen bisher bloss, dass wir im Forstbetrieb Region Kaiserstuhl zusammengehen. Die Frage ist, wohin wir gehen wollen. Da ist jetzt die Betriebskommission gefordert.»

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