Böttstein
Strafverfahren gegen den mutmasslichen Wildschwein-Killer

Gegen einen 55-jährigen Schweizer ist ein Strafverfahren wegen Tierquälerei eingeleitet worden. Auch sein Geländewagen wurde beschlagnahmt. Der Mann soll vergangene Woche vier Wildschweine in einer Hetzjagd mit dem Auto überfahren haben.

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Ein 55-jähriger Schweizer, der in Böttstein wohnt, soll letzte Woche absichtlich auf einem Feld vier Wildschweine überfahren haben. Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bestätigt einen Bericht des «Blick».

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann ein Strafverfahren wegen Tierquälerei eröffnet. Drei Jungtiere waren bereits verendet, als ein Jäger das Massaker entdeckte. Das Muttertier musste vom Jagdaufseher wegen der schweren Verletzungen getötet werden.

Geländewagen beschlagnahmt

«Welche Verdachtsmomente zum Beschuldigten geführt haben, kann die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben», sagt Fiona Strebel. Es sei aber richtig, dass ein Geländewagen beschlagnahmt worden sei und der Halter der Tat verdächtigt werde.

Die Ermittler werten nun aus, ob die Spuren am beschlagnahmten Geländewagen von den totgefahrenen Tieren stammen. Ins Detail gehen will die Staatsanwaltschaft aber nicht.

Aus welchen Beweggründen kann der Mann ein solches Massaker veranstaltet haben? Gegenüber dem «Blick» mutmasste ein Bekannter des Beschuldigten: «Als Bauer hat er sich sicher geärgert, als er die Wildschweine auf dem Feld sah. Weil sie Schäden verursachen, muss er ausgetickt sein.»

Thomas Stucki, Jagdverwalter des Kantons Aargau, hält diese Begründung für sehr vage: «Die durch Wildschweine verursachte Schäden werden ja abgegolten», erklärt er. Ausserdem sei die «heisse Zeit vorbei, in der die Frucht kurz vor der Ernte steht und man sich im Affekt aufregt».

Auf die Frage, wie es überhaupt möglich war, eine ganze Wildschweinfamilie zu überfahren, sagt der Jagdverwalter: «Das hat mich auch erstaunt.» Weil die Jungtiere aber noch so klein gewesen seien, hätten die Sauen wohl eine Abwehrhaltung eingenommen und sich als Gruppe zusammengestellt.

Dass Wildschweine überfahren werden, ist im Aargau keine Seltenheit. Im Jahr 2014 fielen gemäss kantonaler Jagdstatistik 55 Sauen dem Strassenverkehr zum Opfer. 831 Wildschweine wurden durch die Jägerschaft erlegt. (rap)

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