Steuergelder für den englischen Rasen

Trotz Kritik stimmte die Gmeind der Beteiligung an den Unterhaltskosten des Zurzacher Schlossparks zu.

David Rutschmann
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Reto S. Fuchs erntete Kritik. Am Ende erhielt der Schlossherr aber die von ihm gewünschte Unterstützung für den Parkunterhalt.

Reto S. Fuchs erntete Kritik. Am Ende erhielt der Schlossherr aber die von ihm gewünschte Unterstützung für den Parkunterhalt.

Bild: R. Mehlin

Der Vorschlag, dass die Gemeinde Bad Zurzach einen Teil der Unterhaltskosten für den Schlosspark übernehmen soll, sorgte in den letzten Tagen für einigen Wirbel (die AZ berichtete). Streitpunkt waren die Kosten für den Unterhalt, an dem sich die Gemeinde beteiligen sollte. In Form von Sachleistungen im Wert von 37000 Franken jährlich. Auch dass mit Reto S. Fuchs ein Gemeinderat und ehemaliger Ammann den Verwaltungsrat der Besitzerin, der Park Himmelrych AG präsidiert, schmeckt nicht jedem.

Als Erstes wurde Fuchs das Wort erteilt. Er betonte, dass der Kauf des Schlosses privat und eben nicht durch die öffentliche Hand erfolgt sei – und dass der Verwaltungsrat dennoch keine privaten, sondern rein gemeinnützige Ambitionen hatte: Den Park und später das Schloss wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen. «Wir wissen nicht, ob wir das auf lange Sicht schaffen – wir versprechen es auch nicht. Aber wir probieren es», sagte er. Während der weiteren Diskussion verliess er vorsorglich den Raum, aufgrund seiner Befangenheit durfte er ja sowieso nicht abstimmen.

Voten der Gegner nicht mehrheitsfähig

Ein Anwesender begann die Diskussion mit einem Vergleich: «Ich wohne an einer Wiese, die von der Gemeinde gepachtet wurde. Wir müssen dort unseren Müll selbst wegräumen – und stellen keinen Anspruch darauf, dass die Gemeinde den wegräumen soll.» Er rechnete vor, dass ein 30- bis 40-prozentiges Stellenpensum extra für die Reinigungsarbeiten im Schlosspark geschaffen werden müsste. Andere Stimmen schlossen sich seinem Standpunkt an, dass gerade im Hinblick auf pandemiebedingte Sparmassnahmen und die Gemeindezusammenführung ein «fragwürdiger Zeitpunkt» für eine solche öffentliche, «nicht zwingend notwendige» Investition sei.

So wurde eingebracht, dass die sieben weiteren Gemeinden der künftigen Grossgemeinde Zurzach für die Entscheidung mitzahlen müssten, ohne darüber mitentscheiden zu können. Noch sei ja man eine souveräne Gemeinde, hiess es dann, und ausserdem sei die Vereinbarung bis Ende 2023 befristet und soll dann neuverhandelt werden.

Ein Änderungsantrag für eine Befristung bis zur ersten Gmeind als Grossgemeinde und ein Rückweisungsantrag der Abstimmung bis zu ebenjener wurden ebenso vom Mehr der Anwesenden abgelehnt wie Indermühles Vorschlag einer geheimen Abstimmung.

Die wirtschaftlichen Bedenken der Gegner kamen gegen die emotionalen Argumente der Befürworter nicht an. Mehrere Bürger älteren Semesters erzählten, wie sie bereits als Kinder im Schlosspark gespielt hatten. Da die Öffentlichkeit den Park nutze und eben auch verschmutze, sei es nur folgerichtig, dass sie auch für diesen «Schaden» aufkomme.

Als Fuchs nach einer dreiviertelstündigen Diskussion den Raum wieder betrat, wurde er mit Applaus begrüsst. «Auch das ist ein Ergebnis», so Ammann Bernhard Scheuber. Der Vorschlag des Gemeinderats für die Teilübernahme der Unterhaltskosten wurde schliesslich mit 97 zu 35 Stimmen angenommen.

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