Zurzibiet
Statistik zeigt: Das Rheintal lebt vom Finanzausgleich

Böbikon hat im Jahr 2013 kantonsweit mit Abstand am meisten Finanzausgleichsbeiträge pro Kopf erhalten. Das geht aus der Gemeindefinanz-Statistik des Kantons hervor.

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Böbikon: Für jeden Einwohner erhielt die Gemeinde 2013 rund 2411 Franken aus dem Topf des Finanzausgleichs.

Böbikon: Für jeden Einwohner erhielt die Gemeinde 2013 rund 2411 Franken aus dem Topf des Finanzausgleichs.

Wikipedia/Dietrich Michael Weidmann

Für jeden Böbiker Einwohner erhielt die Gemeinde im Jahr 2013 rund 2411 Franken aus dem Finanzausgleichstopf. Bemerkenswert: Die gesamten Steuererträge natürlicher und juristischer Personen lagen bei lediglich 1838 Franken pro Einwohner. Böbikon (Steuerfuss 2013: 115%) ist somit die einzige Gemeinde im Aargau, die mehr Finanzausgleich einnimmt als Steuern. An zweiter Stelle im gesamten Kanton kommt Rümikon mit 1735 Franken Finanzausgleich pro Einwohner. Immerhin: Die die Steuerkraft lag bei 1768 Franken (Steuerfuss 115%).

Per Ende 2013 war Böbikon die Aargauer Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern (163). Knapp darüber lag die Gemeinde Wiliberg (169 Einwohner, 115%). Deren Situation sieht jedoch komfortabler aus: Die Steuereinnahmen betrugen insgesamt 2117 Franken pro Kopf, die Finanzausgleichsbeiträge 1426 Franken. Geltwil, die dritte Mini-Gemeinde im Aargau (194 Einwohner, 90%) hat sogar 2867 Steuerfranken pro Kopf eingenommen – dafür keinen Finanzausgleich.

Im Zurzibiet erhielt im Jahr 2013 neben Böbikon und Rümikon auch Baldingen Finanzausgleichsbeiträge (1077 Franken pro Kopf); sowie Rietheim (1043), Mellikon (900), Wislikofen (817), Fisibach (668), Rekingen (624), Koblenz (336), Siglistorf (343), Unterendingen (221) und Full-Reuenthal (205).

Die anderen Zurzibieter Gemeinden kamen 2013 nicht in den Genuss von Finanzausgleichsbeiträgen, teilweise mussten sie sogar Finanzausgleich zahlen. Der Bezirksdurchschnitt lag 2013 bei 132 Franken Finanzausgleich pro Einwohner. Nur die Bezirke Laufenburg (184 Franken) und Kulm (182) erhielten mehr. Der Kantonsdurchschnitt lag bei 44.3 Franken.

In Bad Zurzach leben die Reichsten

Die Haupteinnahmequellen einer Gemeinde sind bekanntlich die Steuern. Die Zurzibieter Gemeinden haben 2013 im Schnitt 2652 Steuerfranken pro Einwohner eingenommen. Die Zahl beinhaltet die Steuern natürlicher und juristischer Personen. Die tiefsten Steuereinnahmen weisen die Gemeinden Rümikon (1767), Böbikon (1838) und Rietheim (1837, Steuerfuss 121%) aus. Am meisten Gesamtsteuern pro Einwohner haben die Kernkraftwerk-Standortgemeinden Leibstadt (3450, 100%) und Döttingen (3427, 80%) eingenommen, gefolgt von Bad Zurzach (3046, 115%) und Unterendingen (2887, 108%).

Berücksichtigt man allerdings nur die Steuern der natürlichen Personen, sieht die Sache anders aus: Hier nimmt Bad Zurzach die höchsten Pro-Kopf-Beträge ein (2872 Franken), danach kommen Schneisingen (2751, 112%), Tegerfelden (2549, 110%) und Unterendingen (2537).

Die tiefsten Einnahmen natürlicher Personen hatten Rümikon (1664), Döttingen (1689) und Böbikon (1783). Als einzige Gemeinde im Kanton hat Döttingen mehr Steuern von juristischen Personen eingenommen als von natürlichen.

Betrachtet man innerhalb des Bezirks die drei «Vision Zurzibiet»-Regionen Surbtal, Rheintal und Aaretal einzeln, lassen sich ebenfalls Aussagen machen. Das Surbtal bezog kaum Finanzausgleich (nur Unterendingen), nahm aber in allen Gemeinden relativ hohe Steuerbeträge ein.

Im Aaretal erhielten nur Full-Reuenthal und Koblenz Finanzausgleichszahlungen. Die Steuereinnahmen liegen tiefer als im Surbtal, einzig die hohen Steuern juristischer Personen in Leibstadt und Döttingen stechen hervor. Die tiefsten Steuereinnahmen hatten hier Koblenz (2093, 118%) und Böttstein (2282, 110%).

In den Rheintal-Gemeinden haben ausser Bad Zurzach und Kaiserstuhl alle Finanzausgleich erhalten. Die Pro-Kopf-Steuereinnahmen liegen ausser im Bezirkshauptort und in Fisibach (2541, 118%) alle unter der 2500-Franken-Grenze.