Spital Leuggern
Jetzt hat auch das Zurzibiet sein Impfzentrum – «Wir brauchen zusätzliche Leute»

Im Spital in Leuggern wurde das siebte Impfzentrum im Aargau eröffnet. Theoretisch könnten täglich bis 400 Personen versorgt werden.

Alexander Wagner
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Robert Wanner aus Koblenz war eine der ersten Personen, die das Impfangebot in Anspruch nahmen.

Robert Wanner aus Koblenz war eine der ersten Personen, die das Impfangebot in Anspruch nahmen.

Alexander Wagner

Seit Montagmorgen kann nun auch im Spital in Leuggern geimpft werden. Die zehn Container wurden flugs hingestellt und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet. An der Eröffnung mit dabei waren auch Gesundheitsminister Jean-Pierre Gallati und Andreas Obrecht, der Leiter der Aargauer Impfkampagne.

Empfangen wurden die Impfwilligen vom Zivilschutz. Der Ansturm bei Eröffnung hielt sich gestern allerdings in Grenzen, nur vereinzelt tröpfeln die ersten «Kunden» ein. Im ersten Container wurden die fast ausschliesslich älteren Personen von einem Zivilschützer empfangen und danach von medizinischem Fachpersonal und Ärzten betreut.

Die logistischen Probleme mit dem Transport und der Lagerung des heiklen Impfstoffes wurde inzwischen gelöst. Trotzdem ist es eine Zusatzaufgabe für das Spital:

«Natürlich brauchen wir für das Impfzentrum zusätzliche Leute. Dies können wir nicht mit dem bestehenden Personal bewältigen»

erklärt René Huber, der Direktor des Asana Spitals in Leuggern.

Personal erhöht die Pensen

Zum Teil haben die Fachkräfte des angrenzenden Spitals ihre Pensen erhöht, zum Teil wurde temporäres Personal zusätzlich eingestellt. Wie lange die Impfzentren nötig sind und in Betrieb sein werden, weiss im Moment noch niemand, doch gehen alle Beteiligten davon aus, dass dies mindestens bis im Herbst der Fall sein wird. Ausgelegt ist das Impfzentrum in Leuggern auf bis zu 400 Personen pro Tag.

Gleichzeitig können bis zu vier Personen gleichzeitig geimpft werden. Zu Beginn war jedoch meist nur eine Person bereit, die auf ihre Spritze wartete. Einer der ersten im neuen Impfzentrum war Robert Wanner aus Koblenz. Er krempelte seinen Ärmel hoch, liess sich die Dosis verabreichen, ohne mit der Wimper zu zucken. Nach ein paar Sekunden war die Prozedur bereits vorbei und er konnte nach einer kurzen Wartephase den letzten Container wieder verlassen.

Theoretisch könnten in Leuggern also an den fünf Werktagen rund 2000 Menschen geimpft werden. Das ist momentan erst ein rein rechnerischer Wert. Denn es fehlt nach wie vor an genügend Impfdosen – wie eigentlich überall in Europa. So werden im Moment rund 100 Personen pro Tag in Leuggern geimpft, was etwas einem Viertel der möglichen Kapazität entspricht. Und dies wird sich vor Mai wohl kaum ändern, heisst es.

Nach wie vor können nicht alle Impfwilligen ihre Dosis beziehen. Sondern vorderhand bleibt es bei den über 75-Jährigen oder Personen mit einer chronischen Vorerkrankung. Diese müssen sie jedoch mit einem Attest belegen und den Beweis physisch vorlegen, damit sie ihre Dosis erhalten. Kanton mit Start zufrieden Nach wie vor könne man nicht im Spital vorbeikommen und sich für die Impfung anmelden, sagt Andreas Obrecht. Gerade die über 75-Jährigen seien nicht alle online unterwegs. «Damit sie trotzdem ihren Termin vereinbaren könnten, stehen die Apotheken mit Rat und Tat zur Seite.»

Die Kapazitäten in Leuggern könnten noch hochgefahren werden, indem man die Öffnungszeiten des Impfzentrums verlängert oder auch an den Wochenenden die Dosen verabreicht. Doch ist das im Moment noch nicht möglich, weil bis weit in den Frühling hinein die nötigen Impfdosen nicht vorhanden sein werden. Trotzdem waren Jean-Pierre Gallati und Andreas Obrecht vom Departement Gesundheit und Soziales sichtlich zufrieden, dass sie mit Leuggern das siebte Impfzentrum des Kantons in Betrieb nehmen konnten. Bereits heute Dienstag wird im Fricktal in Laufenburg das nächste Impfzentrum eröffnet werden.