Bad Zurzach
Standortmarketing: Gewerbler brauchen ein «Wir»-Gefühl

Der Gewerbeverein Rheintal-Studenland erhält von Marcel Suter, Präsident von Zentrum Aarau, wertvolle Inputs zum Standortmarketing. Im Zentrum steht dabei der Zusammenhalt, den nur so kann das Gewerbe erfolgreich bestehen.

Nadja Rohner
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Die Nachfrage nach den «Hüsli» am bevorstehenden Weihnachtsmarkt ist gross.

Die Nachfrage nach den «Hüsli» am bevorstehenden Weihnachtsmarkt ist gross.

UBU/Archiv

Zurzibieter blicken gerne mal skeptisch auf alles, was «aus Aarau» kommt. Dieses Mal hat der Gewerbeverein Rheintal-Studenland die Kantonshauptstadt aber gleich selber zum Gewerbeapéro eingeladen:

Marcel Suter, Präsident von Zentrum Aarau, der Vereinigung der Aarauer Fachgeschäfte. Der als «Showman» bekannte Marketingprofi hielt ein kurzweiliges und mit vielen Anekdoten gespicktes Referat zum Thema «Altstädte und Detailhandel».

Aarau hat sein Standortmarketing per Leistungsauftrag an einen Verein delegiert, der aus interessierten Privaten besteht. «So ist man schneller, flexibler und kreativer», sagte Suter. Die Arbeit sei aber auch zeitintensiv und wegen der unterschiedlichen Interessengruppen nicht einfach.

Suter betonte, man müsse Altstädte als Wirtschaftsfaktor sehen, nicht als Notstandsgebiete. Die Gewerbler müssten aber einsehen, dass sie nur gemeinsam Erfolg haben können. Es brauche neben dem «Wir»-Gefühl auch ein Entwicklungskonzept: «Alle müssen genau wissen, wohin man will – Bewohner, Gemeinde, Hauseigentümer und Gewerbe.»

Allerdings könne er für das Problem des Einkaufstourismus auch kein Rezept bieten, schloss Suter: «Das Portemonnaie hinten rechts ist halt das höchste Gut. Dementsprechend habt ihr schon keine einfache Situation hier.»

Der Abend scheint bei den Mitgliedern des Gewerbevereins gut angekommen zu sein. «Wir werden einige der Inputs von Marcel Suter im Gremium besprechen», sagt Vereinspräsident Stefan Haus. Die von Marcel Suter vorgeschlagene Einzugsgebiet-Analyse – mithilfe von Kundendaten grosser Detailhändler wie Migros oder Coop – werde man sicher durchführen.

«Was ich persönlich mitgenommen habe: Auch wenns manchmal frustrierend ist und nicht gleich Resultate zu sehen sind, soll man als Gewerbetreibender trotzdem hartnäckig und mit Elan dabei bleiben.»

Vorfreude auf Weihnachtsmarkt

Vizepräsident Josef Haus informierte zudem über den Weihnachtsmarkt vom 6./7. Dezember. Über 40 «Hüsli» seien im Nu vergeben gewesen, berichtete Haus. Eine so grosse Nachfrage habe es bisher noch nie gegeben. Das hänge wohl damit zusammen, dass man die Preise für die «Hüsli» gesenkt habe – «lieber legen wir ein bisschen drauf und haben dafür ein schönes Bild und einen tollen Weihnachtsmarkt», sagte Haus.

Er kündigte zudem zwei weitere Grossanlässe an: Im Juni 2015 wird die zweite Auflage der «Tavolata» stattfinden. Der gemütliche Festschmaus unter freiem Himmel mitten im Flecken war dieses Jahr auf grossen Anklang gestossen – trotz Wolkenbruch.

Im Frühling 2016 findet ausserdem eine grosse regionale Gewerbeschau statt, die jeweils im 4-Jahres-Rhythmus durchgeführt wird.

Vertreter des «Fläckefäscht»-OKs nutzten die Gelegenheit, den Gwerblern eine Zusammenarbeit schmackhaft zu machen. Sie stellten kurz das Konzept des Anlasses vom 11. bis 13. September 2015 vor: Das Festgelände wird in fünf Sektoren eingeteilt, jeder repräsentiert eine eigene Zeitepoche – damit die Schüler (und wohl auch die Erwachsenen) die wichtigsten Geschichtsdaten kennen lernen.

«Wir fangen nicht bei Adam und Eva an, aber bei der heiligen Verena und den Römern», sagte OK-Mitglied Beni Scheuber. Via Mittelalter gehts ins Zeitalter der Industrialisierung, zur Quellenbohrung und in die Zukunft. Der Appell des OK: Das Gewerbe solle sich doch beteiligen, die Museumskommission helfe dabei, die richtige Form für die Epochen zu finden. Interview rechts

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