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SP Zurzach will Atomkraftwerke schnellstmöglich stilllegen

Angesichts der dramatischen Vorgänge in den japanischen Atomkraftwerken fordert die SP Zurzach einen sofortigen Stopp aller Planungsarbeiten für den Neubau von weiteren Atomkraftwerken auf der ganzen Welt.

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Die Zurzibieter SP und die Schweizerische Energie-Stiftung fordern die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke Beznau I und II. AZ-Archiv

Die Zurzibieter SP und die Schweizerische Energie-Stiftung fordern die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke Beznau I und II. AZ-Archiv

In einer Medienmitteilung hält die Bezirkspartei an ihrer jahrelangen Position fest, die bestehenden Atomkraftwerke in der Schweiz und im Aargau seien schnellstmöglich ausser Betrieb zu nehmen. «Dass durch Atomkraftwerke keine nachhaltige, risikofreie Energie produziert werden kann, steht für die Sozialdemokratische Partei seit langem fest.

Die Risiken im Betrieb sowie die Unklarheiten bei der Endlagerung des Atommülls sollten nicht länger tabuisiert und kleingeredet werden», schreibt die SP Zurzach in ihrer Mitteilung. Es habe sich erneut gezeigt, dass es eine kontrollierte Nutzung der Atomenergie ohne Risiko für Mensch und Umwelt nicht gebe.

Die Bezirkspartei verweist darauf, dass auch im Falle des geplanten neuen Atomkraftwerks Beznau in den Vorlagen zur Richtplananpassung detaillierte Informationen zur geologischen Beschaffenheit des Untergrunds, zur Erdbebensicherheit, zur Hochwasserproblematik sowie zur Sicherung des Luftraums gefehlt hätten.

«Weder preiswert noch nachhaltig»

Die Atomenergie sei eine rückwärts gewandte, veraltete Technologie, schreibt die SP des Bezirks Zurzach weiter. Sie sei weder umweltschonend, noch preiswert oder nachhaltig. «Ausserdem ist bekannt, wo der Rohstoff Uran herkommt, wie endlichdie Vorräte sind undwie schwierig die Abfälle zu entsorgen sind.» Der Standpunkt, mit Atomkraft die Lösung für die CO2- Problematik gefunden zu haben, sei ein Ammenmärchen, werde der Bevölkerung aber immer wieder eingeredet.

«Man kann doch den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben», empört sich die SP. Nachhaltigkeit und Effizienz seien in der Energieproduktion gefragt und auch machbar. Die SP des Bezirks Zurzach zeigt sich überzeugt, dass die Schweiz die Möglichkeiten hat, AKW-Strom durch erneuerbare Energieformen, durch intelligente Stromnetze sowie durch effiziente Energienutzungs- und Energiesparmassnahmen zu ersetzen.

Als wertvoller Nebeneffekt, so die SP, könnten Tausende neue und sinnvolle Arbeitsplätze geschaffen und mit einer auf Nachhaltigkeit sowie auf höchstmögliche Sicherheit für Mensch und Umwelt fokussierten Energiepolitik verbunden werden.

Ein neues AKW hätte kurzfristig zwar Arbeitsplätze in der Region gebracht, schreibt die SP des Bezirks Zurzach in ihrer Medienmitteilung. Nach Beendigung der Bauarbeiten wären nach Einschätzung der Bezirkspartei weniger Arbeitsplätze vorhanden gewesen, als jetzt mit den bestehenden alten Atomkraftwerken.

Abschliessend drückt die SP Zurzach ihre Hoffnung aus, dass das Thema nun endgültig vom Tisch sei, und zeigt sich zuversichtlich, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt.

Energiestiftung: Beznau stilllegen

In Anbetracht der Ereignisse in Japan fordert auch die Schweizerische Energie-Stiftung den Bundesrat auf, seine Strategie zu ändern und eine Energieversorgung ohne neue nukleare Risiken jetzt umzusetzen. Dass das geht und wie das geht, würden seine eigens in Auftrag gegebenen Energieszenarien aus dem Jahr 2007 zeigen.

Diese Forderung hat Geri Müller, Präsident der Schweizerischen Energie-Stiftung, heute per Motion im Nationalrat eingereicht.

Die Schweizerische Energie-Stiftung fordert den Bundesrat und die Regierungen in Bern und im Aargau auf, die Reaktoren Beznau I und II und Mühleberg unverzüglich vom Netz zu nehmen. Sie sollen so lange abgeschaltet bleiben, bis die nötigen Gutachten und Sicherheitsprüfungen vorliegen und die anstehenden Nachrüstungen erfolgt sind. Nur so könne die Sicherheit der Bevölkerung glaubwürdig garantiert werden. (az)