Döttingen
Sogar die Geissen leisten ganze Arbeit für die Natur

An einer Exkursion stellte die Gemeinde auch ihr neues Naturschutzprojekt im ehemaligen Kiesabbaugebiet Neuwingerte vor. Das ehemalige Kiesabbaugebiet Neuwingerte wird neu belebt.

Peter Jacobi
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Felix Naef und Meinrad Keller zeigen den Plan mit den Details zur Surbaufwertung
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Exkursion zum neuen Naturschutzprojekt in Döttingen
Gemeinderat Meinrad Keller (re), Präsident der Landschaftsentwicklungskommisison Döttingen,führt die Tagungsteilnehmer auf Exkursionsrunde
Die Exkursion Natur und Landschaft führt auch in den Döttinger Rebberg
Gerhard Graf, Mitglied der Landschaftsentwicklungskommission, füttert die Geissen im Naturschutzgebiet Surbe-Neuwingerte
Hier über den Reben wurde der Waldrand ausgelichtet

Felix Naef und Meinrad Keller zeigen den Plan mit den Details zur Surbaufwertung

Aargauer Zeitung

Dass Döttingen eine Vorreiterrolle in der Entwicklung von Natur und Landschaft einnehme, liege auch an der guten finanziellen Lage der Gemeinde, gab Meinrad Keller, Gemeinderat und Präsident der Landschaftsentwicklungskommission LEK. Er führte vierzig interessierte Vertreter von Aargauer Gemeinden und Privatpersonen von der Surb in den Rebberg.

Neues Projekt: Surbaufwertung

Landschaftsarchitekt Felix Naef, Büro Creato, Ennetbaden, und Berater der LEK Döttingen, ging auf das geplante Projekt der Surbaufwertung ein. Im Abschnitt Gemeindegrenze bis zum Tennisplatz soll die Surb aktives Naherholungsgebiet werden. Es entstehen abgesenkte, auenartige Bereiche, die bei Hochwasser überflutet werden. Trittsteine in der Surb und ein neuer Kiesweg entlang des Baches machen das Gebiet attraktiv.

Das ehemalige Kiesabbaugebiet Neuwingerte wird neu belebt. Ein Amphibienstandort und eine parkartige Waldlandschaft entstehen. In der offenen, besonnten Kieswand sollen einmal Eisvögel nisten. Dauerhafte und temporäre Teiche bilden Lebensbereiche für Amphibien. Hier werden sich Frosch und Kröte, Natter und Libelle wohl fühlen. Ganze Arbeit leisten im Moment die eingezäunten Geissen. Sie knabbern die Stockausschläge der Akazien ab. «So kommt die Ausmerzung der unerwünschten Akazien 3- bis 4-mal billiger, als wenn wir diese Arbeit von Hand leisten müssten», meinte Förster Felix Keller, Döttingen. Nicht tangiert vom neuen Naturschutzgebiet Neuwingerte ist der bestehende Waldspielplatz des Kindergartens Döttingen. Er wird ergänzt und erfährt mit der Öffnung des Sännelocherbaches eine Aufwertung.

Attraktiver Spazierweg

Von der Surb führte der Weg in den Rebberg. Da heute kaum mehr Trockensteinmauern gebaut werden, sind Ersatzlebensräume für Reptilien notwendig. Sogenannte Steinlinsen, das sind Steinhaufen auf Restflächen im Rebberg, können diese Funktion übernehmen. Achtzig Zentimeter unter der Oberfläche beginnt der Aufbau. Um den besonnten Teil der Steine werden einheimische Rosen gepflanzt, welche die Echsen vor ihren Feinden schützen.

Keller orientierte über die Waldrandaufwertung oberhalb des Panoramaweges. In zwei Etappen wurden 200 Kubikmeter Holz ausgelichtet. In einer dritten Etappe muss nun der Akazienausschlag zurückgedrängt werden. «Mit der ökologischen Massnahme ist auch der Wanderweg hoch über Döttingen aufgewertet worden», so der Förster.

Was erwarten die Gemeinden

Vorgängig der Exkursion gings in der Turnhalle um Theorie. André Stapfer, Leiter Sektion Natur und Landschaft Kanton Aargau, ging auf die Angebote an die Gemeinden durch das kantonale Programm Natur 2020 ein. Die anwesenden Gemeindevertreter bekamen Auskunft über die formellen Bedingungen, welche es braucht, um Kantons- und Bundesbeiträge zu erhalten.