Döttingen
Singen lernen ist gut, Konzert geben besser

70 Dritt- und Viertklässler hatten ihren grossen Auftritt in der fast voll besetzten katholischen Kirche.

Rosmarie Mehlin
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Anina, Miriam, Svenja und Jasmin begleiteten auf ihren Blockflöten den Gesang
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Marion Joss mit ihrem Chor.
Kurz aber wichtig Dins Einsatz am triangel
Döttingen Singen
Geigerin Antonia spielte auswendig und fehlerlos
Auch die Besucher waren zum Mitsingen aufgefordert

Anina, Miriam, Svenja und Jasmin begleiteten auf ihren Blockflöten den Gesang

Rosmarie Mehlin

Papis und Mamis waren da, Knirpse, Grosseltern, Göttis, Gotten – die katholische Kirche in Döttingen war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Bis auf einen warm leuchtenden Stern über einem Hirten und seine Schafe vor dem Altar herrschte geheimnisvolle Dunkelheit, als Organist Stefan Müller zu spielen anhob und 70 Buben und Mädchen mit Kerzengläsli in Händen durch den Mittelgang schritten. Neben dem Hirten stellten sie sich fein geordnet auf und begannen das Lied «Es wiehnachtet» zu singen.

Die Dritt- und Viertklässler hatten erstmals zu einem vorweihnachtlichen Konzert und zum Offenen Singen geladen. So wie jeweils auch gemeinsam die Erst- und Zweitklässler und ebenso die Fünft- und Sechstklässler, steht für sie das Jahr hindurch einmal pro Woche eine Lektion Chorgesang auf dem Stundenplan. Nun haben die Neun- bis Elfjährigen unter der Leitung ihrer Lehrerin Marion Joss dieses Jahr weihnachtliche Lieder nicht nur einstudiert, sondern brachten sie einer andächtig lauschenden Zuhörerschaft zu Gehör.

Den Gästen wurden am Eingang Blätter mit Noten und Texten in die Hände gedrückt. So richtig aus voller Kehle in den Reihen der Besucher aber tönte es erst ganz zum Schluss, nachdem Ingrid Meier am E-Piano die ersten Takte zu «O Tannenbaum» intoniert hatte. Wenig oder gar unbekannte Lieder zu singen, braucht halt schon einigen Mut, doch wer «O Tannenbaum» nicht kennt, hat wohl noch nie unter einem Weihnachtsbaum gesessen.

Und schliesslich waren die meisten der Besucher doch bestimmt eher weniger zum Singen, als vor allem zum Zuhören in die Kirche gekommen. Da sind sie denn auch ganz wunderbar auf ihre Rechnung gekommen. Lehrerin Joos hatte mit ihren jungen Sängerinnen und Sängern ein breites Programm einstudiert. Neben deutschsprachigen und Dialekt-Liedern wie unter anderem «Mach hoch die Tür», «Mir wartet uf dich» und «Was isch das für e Nacht» sangen die Kinder auf Englisch auch den Gospel «Give Thanks to a greatful heart».

Die erste Strophe vom polnischen Weihnachtslied «Lulajze, Jezuniu» sang Milena sogar in ihrer Muttersprache, bevor der Chor bei den weiteren Strophen einstimmte. Begleitet wurde dieses aus dem 17. Jahrhundert stammende Lied von Antonia sehr schön – und auswendig – auf ihrer Geige. Auf ihren Blockflöten bereicherten ihrerseits Svenja, Jasmin, Anina und Miriam das Konzert sowie Din mit einem kurzen, aber höchst ernsthaften Einsatz auf dem Triangel.

Pfarrer Daniel Kyburz hiess die Konzertbesucher zu Beginn willkommen und dankte den jungen Sängern und Musikanten am Ende herzlich und mit Schöggeli. Auch hatte er kurze Texte zusammengestellt, die zwischen den Liedern von verschiedenen Mädchen und einem Buben vorgelesen wurden. Da war zwar meist das Lampenfieber stärker als das Mikrofon, doch neben der Aufregung stand den Kindern auch die Freude am Auftritt ins Gesicht geschrieben. Zwar ist die Begeisterung fürs Singen offensichtlich nicht bei allen Buben und Mädchen gleich stark ausgeprägt. Aber am Mitmachen bei diesem Konzert hatten alle sicht- und spürbar den Plausch.

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