Olympische Spiele
Silvan Dillier: «Beim Nachtessen sass plötzlich Rafael Nadal neben mir»

Der 26-Jährige, in Ehrendingen wohnhafte, Schneisinger startete in Rio in der Bahnrad-Teamverfolgung. Es reichte immerhin für ein Diplomplatz.

Daniel Weissenbrunner
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Silvan Dillier (vorne) führt den Bahnvierer auf den Diplomplatz. Zufrieden ist der Schneisinger damit nicht.

Silvan Dillier (vorne) führt den Bahnvierer auf den Diplomplatz. Zufrieden ist der Schneisinger damit nicht.

KEYSTONE

Silvan Dillier, welches Erlebnis wird Ihnen von den Olympischen Spielen in Erinnerung bleiben?

Sicher das olympische Village. Die Athleten aus der ganzen Welt auf so engem Raum war schon sehr speziell. Die verschiedenen Kulturen und Typen. Es gab wirklich alles. Von den über Zwei-Meter-Menschen, bis zu den Kleinen. Die Dicken und die Dünnen, die Rastas und die Kahlköpfe, die Bleichen und die Dunklen. Ich war insgesamt zehn Tage dort und nahm viele Eindrücke mit nach Hause.

Silvan Dillier

Silvan Dillier

Armin M. Küstenbrück

Was war die grösste Enttäuschung?

Wir haben mit unserem Bahn-Vierer das Ziel nicht ganz erreicht. Für unsere Rennen haben wir uns viel vorgenommen. Vielleicht zu viel. Das Selbstvertrauen im Team fehlte. Schliesslich erkämpften wir uns den 7. Rang, was zum Diplom reichte. Ich wäre aber unehrlich, wenn ich behaupten würde, dass ich zufrieden bin, schliesslich habe ich sehr viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt. Mit etwas Abstand können wir irgendwann stolz auf unsere Leistung zurückschauen und diese seltene und schöne Erfahrung mitnehmen.

Die spannendste Begegnung?

Rafael Nadal sass beim Nachtessen plötzlich drei Stühle neben mir. Ich bewunderte seine Geduld. Er wurde ununterbrochen gestört und erfüllte Selfie-Wünsche. Und dann lief da noch ein Typ mit Kapuze über dem Kopf an mir vorbei. Im letzten Moment erkannte ich ihn: Er war Usain Bolt.

Trifft man bei so vielen attraktiven Menschen auch seine Traumfrau?

Das nicht, aber der Anteil von schönen Frauen ist unbestritten hoch. Aus allen Erdteilen. Ich bin aber glücklich liiert.

Blieb nebst eigenen Einsätzen Zeit für den Besuch von anderen Wettkämpfen?

Leider nein. Mein Programm war dicht gedrängt. Ich reiste vergangenen Samstag bereits wieder zurück, um mich auf die Spanien-Rundfahrt vorzubereiten.

Wie geht nun weiter?

Morgen Samstag beginnt die Spanien-Rundfahrt. Was danach kommt, ist noch offen. Die Weltmeisterschaft in Katar im Oktober wäre eventuell ein Ziel.