Trauerfeier
Sikh-Gemeinde nimmt Abschied von Würenlinger Mordopfer Jonas L.

Im Tempel der Sikh-Gemeinde im solothurnischen Däniken haben am Sonntag Familienangehörige, Freunde und Glaubensbrüder Abschied von Jonas L. genommen, einem der Opfer von Würenlingen.

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An der rituellen Trauerfeier im Sikh-Tempel in Däniken am Sonntag nahm auch Christine Gutknecht teil. Sie ist die Tante von Jonas L. und findet in der ungewöhnlichen Zeremonie Trost: «Ich bin überzeugt, dass Jonas das so gewollt hätte. Er hat in diesem Glauben gelebt», sagt sie. Sie findet es beruhigend, dass die Sikhs an die Wiedergeburt glauben.

Der Tod habe dadurch nicht dieselbe Bedeutung wie in anderen Religionen, bestätigt Christoph Peter Baumann. Der Religionswissenschaftler war ebenfalls unter den rund 200 Trauergästen. In der Schweiz gehören rund 1000 Personen der Sikh-Religion an, deren Ursprünge in Indien liegen.

«Ein Vorbild»

Jonas L. folgte diesem Glauben seit über zehn Jahren. Von seinen Glaubensbrüdern wurder er hoch geschätzt. Einige von ihnen haben am Wochenende auch an der öffentlichen Gedenkfeier in Würenlingen teilgenommen. «Er war ein sehr lieber Mensch und ein Vorbild für uns», sagt Jasdeep Singh gegenüber Tele M1. Jaspreet Sing Khalasa wird Jonas L. als einzigartigen Menschen im Gedächtnis behalten. «Er lebte die Religion so, wie es sein sollte.»

Jonas L. und seine Eltern Karl und Elisabeth sowie Nachbar Thierry K. wurden vor zwei Wochen in Würenlingen von Semun A. ermordert. Die sterblichen Überreste von Jonas werden kremiert, die Asche wird in einem indischen Fluss verstreut, so wie es seine Religion vorsieht. (cze)

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