Lengnau
Sie reist für die Schweiz an die europäische Mathematik-Olympiade

Mathematik gehört zu Romina Soms Lieblingsfächern. An der Schweizer Mathematik-Olympiade hat es die Lengnauerin unter die vier besten Frauen geschafft und kann nun dank ihres Talents an die europäische Olympiade für Mädchen in der Türkei.

Stefanie Suter
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Romina Som: «Der normale Mathe-Unterricht fordert mich nicht.» zvg

Romina Som: «Der normale Mathe-Unterricht fordert mich nicht.» zvg

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«Auf jedem Feld eines Schachbretts sitzen zwei Kakerlaken. Jede Kakerlake kriecht auf ein benachbartes Feld. Dabei kriechen die Kakerlaken, die auf dem gleichen Feld waren, auf verschiedene Felder. Welches ist die maximale Anzahl Felder, die frei werden kann?»

Die meisten müssen sich enorm konzentrieren, um diese Aufgabe zu lösen – nicht so die 19-jährige Romina Som aus Lengnau. Sie hat an der Schweizer Mathematik-Olympiade mitgemacht und es unter die vier besten Frauen geschafft.

Im April kann sie nun an der «European Girls Mathematical Olympiad» in der Türkei mit drei anderen ihr Können unter Beweis stellen.

Was fasziniert die Schülerin der Kanti Baden an Mathematik besonders? «Dass man mit bestimmten Methoden Probleme lösen kann, die auf den ersten Blick unlösbar erscheinen», lautet ihre Antwort. Der normale Mathematikunterricht sei ihr aber zu langweilig, sagt sie selbstbewusst: «Dort lernen wir nur die Basis – das fordert mich überhaupt nicht.»

Das Schwerpunktfach Mathematik gefalle ihr deshalb besser: «In diesen zusätzlichen Unterrichtsstunden behandeln wir ganz andere Themen. Es ist viel komplizierter und wir müssen viel mehr überlegen.»

Im September beginnt Som das Informatikstudium an der ETH – ein Studiengang, bei dem der Anteil Frauen klein ist. Wieso nicht Mathematik? «Das ist mir zu theoretisch», sagt sie. Das Informatikstudium beinhalte viel mehr Praxis und biete ein konkretes Berufsziel.

Soms Flair für Zahlen führte dazu, dass sie sich im Herbst 2013 bereits zum zweiten Mal für die Schweizer Mathematik-Olympiade anmeldete. Mitmachen dürfen alle, die noch nicht zwanzig Jahre alt sind und an keiner Hochschule studieren – für Som ist es also die letzte Olympiade.

Lediglich eine Stunde pro Woche investierte das Mathematiktalent zu Hause in die Vorbereitung. Sie besuchte aber noch die Vorbereitungskurse, an denen Mathematiker den Teilnehmern aus der ganzen Schweiz das nötige theoretische Wissen vermitteln. Die Theorie sei nicht so schwierig, sagt Som: «Aber sie auf die Übungen anzuwenden, das ist kompliziert.»

Ihr Wissen musste sie zuerst an der Vorrundenprüfung unter Beweis stellen. Nur die 25 Besten durften an die Finalprüfung. 2013 hatte Som den Finaleinzug verpasst, doch in diesem Jahr klappte es. Neben ihr schaffte es ein weiterer Schüler aus dem Zurzibiet: Paul Seidel aus Endingen.

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