Klingnau
Sie kam während der Coronakrise: Die Fuchsfamilie hat das Schulareal wieder verlassen

Im Mai liess sich eine Fähe mit ihren Jungen im Schulbiotop nieder. Mittlerweile hat sich die Familie ein neues Zuhause gesucht.

Philipp Zimmermann
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Während der Coronakrise blieb es in den Aargauer Schulen zwei Monate lang ruhig – so ruhig, dass sich im Klingnauer Schulareal sogar eine Fähe mit ihren Jungen im dortigen Biotop ansiedelte. Die Jugendlichen und Kinder wurden damals zu Hause unterrichtet

Nach der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts kam es zu ungewöhnlichen Situationen: So beobachteten Kinder und Erwachsene ein Füchslein, wie es seinen Durst am Schulhausbrunnen stillte.

Schule und Gemeinde entschieden, dass die Fuchsfamilie nicht vergrämt werden soll. Die Gemeinde verbot den Zugang zum Biotop – rot-weisse Absperrbänder signalisierten die verbotene Zone. Die Schule klärte Kinder und Eltern auf, dass die Füchse nicht gefährlich sind und wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Ein Abschuss stand nicht zur Debatte. Nichtsdestotrotz sammelten Schulkinder mit einer Petition 200 Unterschriften mit dieser Forderung. Sicher ist sicher.

Die Bilder zum Thema:

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.
12 Bilder
Das Füchslein trinkt auch das Wasser vom Brunnen.
Das Foto wurde am Sonntag, 24. Mai, nachmittags gemacht.
Ein junger Fuchs tollt auf der Wiese neben dem Biotop.
Das rot-weisse Band macht klar: Zutritt ins Biotop verboten.
Die Gemeinde hat die rot-weissen Bänder anbringen lassen, damit die Fuchsfamilie im Biotop nicht gestört wird.
Von mehreren Seiten gelangt man ins Biotop.
Das ist eine Seite.
Hier eine zweite Seite.
Hier blickt man auf ein Schulhaus mit dem dritten Weg zum Biotop.
Blick vom Schulhaus am Biotop auf das Propsteiareal mit Turnhalle.
Blick vom Schulhausbrunnen auf einen der älteren Pavillons.

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.

Philipp Zimmermann

Mittlerweile ist es still geworden um die Fuchsfamilie – nicht von ungefähr. Bereits vor den Sommerferien hat sie sich offenbar ein neues Zuhause gesucht. «Als wir das festgestellt haben, warteten wir noch eine Woche, bevor wir die Absperrbänder wegnahmen», sagt Thomas Röhm, Klingnaus Leiter Anlagen und Liegenschaften. «Zwischenfälle im Umgang mit den Füchsen gab es keine», sagt er.

Das hatte Christian Tesini, Fachspezialist von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei, erwartet. Er bestätigte der AZ im Mai, dass von den Füchsen keine Gefahr ausgehe. «Wir sehen die Anwesenheit der Fuchsfamilie nicht als Problem.» Die Tollwut ist in der Schweiz ausgerottet. Das Bundesamt für Gesundheit ist die Schweiz seit 1998 frei von der Krankheit, die Füchse durch Bisse an Menschen übertragen könnten.

Aufgrund des Jungfuchses, der fast ohne Scheu und in Anwesenheit von Menschen Wasser vom Schulhausbrunnen trank, sagte er, dass: «Wenn er merkt dass die Menschen da sind und keine Gefahr für ihn sind, wird er sich daran gewöhnen. Für den Menschen könnte das später zu unangenehmen Begegnungen führen.»