Würenlingen
Schwere Vorwürfe: Doch SVP kontert und kämpft um Fiko-Kandidaten

Eine E-Mail sorgt in Würenlingen für Aufregung: Darin wird der SVP-Kandidat für die Finanzkommission belastet. Doch die SVP gibt ihrerseits in einem Schreiben Entwarnung.

Angelo Zambelli
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Im Eichelndorf Würenlingen herrscht vor einer Wahl wieder einmal Unruhe.

Im Eichelndorf Würenlingen herrscht vor einer Wahl wieder einmal Unruhe.

Zur Verfügung gestellt

Kaum haben sich die Wogen um die Verteilung eines anonymen Flugblatts durch ein langjähriges Parteimitglied und die Abwahl des SVP-Gemeinderats Joe Merki geglättet, rollt die nächste Welle auf die SVP Würenlingen zu: In einem an die FDP und CVP gerichteten Schreiben äussern sich die SVP-Parteileitungsmitglieder Robert Frech und Remo Schneider zu den Ereignissen der letzten Wochen rund um die Wahl eines Mitglieds der Finanz- und Protokollprüfungskommission.

«Leider haben wir zwei Tage vor dem offiziellen Abgabetermin (für die Kandidatur, d. R.) von einem bekannten Würenlinger eine E-Mail mit schweren Vorwürfen und Bedenken gegen diese Person erhalten.» Wer diese «bekannte Würenlinger» Person sei, wisse die SVP, wolle aber den Namen nicht preisgeben, sagte SVP-Präsident Frech gegenüber der az.

Der Brief an die anderen Würenlinger Ortsparteien enthält einen Auszug aus dem E-Mail mit konkreten Anschuldigungen an René Schneider: «Ich habe mittlerweile mit über 10 Personen über ihre Einschätzung des SVP-Kandidaten gesprochen. Generell habe ich die Antwort erhalten, dass er dies vermutlich schon könne (Mitglied der Fiko zu sein, d. R.), aber psychisch einen Knacks (Aussagen bis Psychopath) habe. Aus vielen Quellen habe ich gehört, dass er während seiner Ehe öfters Besuch von der Polizei wegen häuslicher Gewalt hatte. Ebenfalls hatte er mit fast allen Nachbarn Probleme.»

In ihrem Schreiben an die FDP und die CVP weist die SVP darauf hin, dass sie den im Mail geäusserten Anschuldigungen umgehend nachgegangen sei. «Die Abklärungen haben ergeben, dass die Anschuldigungen harmlos und längstens verjährt sind», hält die SVP-Parteileitung fest.

Allerdings räumt sie ein, dass René Schneider vor rund 10 Jahren eine Busse wegen verbaler Tätlichkeit aufgebrummt bekam. Den Vorwurf, Schneider habe mit fast allen Nachbarn Probleme, kontert die Parteileitung mit dem Hinweis, der angeschossene Kandidat für die Finanz- und Protokollprüfungskommission sei seit mehr als neun Jahren Nachbar des SVP-Parteileitungsmitglieds Remo Schneider.

Probleme habe es nie gegeben. Die SVP-Parteileitung könne mit gutem Gewissen hinter ihrem langjährigen Mitglied stehen. Die SVP bittet die CVP und FDP, ihre Mitglieder zu informieren, damit sie René Schneider ihre Stimme geben. Der Brief schliesst mit dem Satz: «Wir sind der Meinung, dass die SVP in der Finanz- und Protokollprüfungskommission vertreten sein sollte und nicht wieder ein parteiloses Mitglied in ein solches Gremium gewählt wird.»

René Schneider ist mit dem Vorgehen der Parteileitung einverstanden und möchte zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung zu den Vorwürfen beziehen.